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Zwei der größten Vermögensverwalter Chinas warnen davor, dass die weltweite KI-Rally einen gefährlichen Wendepunkt erreicht. Nach Einschätzung von Wealspring Asset und Banxia sind die Bewertungen vieler KI-Unternehmen deutlich schneller gestiegen, als es ihre Umsätze und ihre Wettbewerbsposition rechtfertigen. Damit wächst die Sorge, dass der Markt anfällig für eine deutliche Korrektur ist, berichtet Bloomberg.
Aktien von Unternehmen aus dem Bereich künstliche Intelligenz haben Anlegern in den vergangenen Jahren hohe Gewinne beschert. Vor allem in den vergangenen Wochen sind die Bewertungen erneut stark gestiegen. Zugleich wachsen die Zweifel, ob die Unternehmen diese hohen Erwartungen tatsächlich erfüllen können.
Wealspring Asset, das mehr als 1,4 Milliarden Dollar verwaltet, spricht in einer Mitteilung an Investoren sogar von einer weltweiten KI-„Superblase“. Viele chinesische KI-Unternehmen hätten nach Einschätzung des Fonds bislang keinen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil aufgebaut.
Der Vermögensverwalter verweist darauf, dass viele Unternehmen weiterhin von traditionellen Geschäftsmodellen abhängig sind und laufend hohe Investitionen benötigen. Damit bleiben sie auf frisches Kapital angewiesen, um ihr Wachstum zu finanzieren.
„Wir hätten nicht damit gerechnet, dass eine vorübergehende Belebung infolge einer massiven Nachfragewelle zu derart hohen Bewertungen und Marktkapitalisierungen führt“, erklärte Wealspring.
Nach Einschätzung des Fonds kaufen Anleger derzeit zu häufig ohne ausreichende Prüfung. Kapital fließe nahezu in jedes Unternehmen mit einer überzeugenden KI-Story, während Umsatz, Profitabilität und langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu wenig beachtet würden.
Wealspring sieht darin Parallelen zu früheren Kryptoblasen, in denen nahezu alle Token stark an Wert gewannen, unabhängig von ihrem tatsächlichen Nutzen oder ökonomischen Wert.
Auch Banxia sieht erhebliche Risiken. Der Vermögensverwalter richtet seine Warnung unter anderem auf Anthropic, einen der größten Entwickler fortgeschrittener KI-Modelle.
Nach Einschätzung von Banxia könnte Anthropic kurzfristig an Wachstumsgrenzen stoßen. Sollten die Einnahmen hinter den Erwartungen zurückbleiben, könnte das Vertrauen in den gesamten KI-Sektor unter Druck geraten.
Eine Enttäuschung bei einem der größten Anbieter würde dem Fonds zufolge zeigen, dass selbst Marktführer Schwierigkeiten haben, ihr hohes Wachstumstempo zu halten. Das könnte Anleger zu Gewinnmitnahmen bewegen und eine breitere Verkaufswelle auslösen.
Banxia-Gründerin Li Bei mahnt Anleger, die Risiken nicht zu unterschätzen:
„Auch wenn mir Anleger diese Warnung übelnehmen: Wer dennoch Geld in KI investieren will, sollte äußerste Vorsicht walten lassen“, sagte Li.
Die Warnungen bedeuten nicht, dass KI-Technologie keine Zukunft hat. Beide Fonds betonen jedoch, dass technologischer Fortschritt und eine attraktive Geldanlage nicht automatisch zusammenfallen. Wenn Bewertungen deutlich schneller steigen als die zugrunde liegenden Einnahmen, kann bereits eine begrenzte Enttäuschung eine kräftige Korrektur auslösen.
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