China hat im Mai erneut amerikanische Staatsanleihen verkauft, wodurch Chinas Position auf 756,3 Milliarden Dollar fiel. Dies ist das niedrigste Niveau seit März 2009 und es ist der dritte Monat in Folge, in dem die chinesische Exposition abnimmt.
Anhaltender Verkauf deutet auf strukturelle Verschiebung hin
Laut Zahlen des US-Finanzministeriums verkaufte China im Mai fast 1 Milliarde Dollar an US-Staatsanleihen. In den Monaten zuvor wurden ebenfalls erhebliche Mengen reduziert: Im März waren es 19 Milliarden Dollar, gefolgt von 8,2 Milliarden Dollar im April. Durch diese Rückgänge ist China mittlerweile auf den dritten Platz unter den größten ausländischen Haltern von US-Staatsanleihen gefallen, nach Japan und dem Vereinigten Königreich.
Der fortlaufende Abbau wird von Analysten als möglicher Hinweis auf eine Politikänderung gesehen. Dabei spielt die angespannte Handelsbeziehung mit den Vereinigten Staaten eine Rolle. Die amerikanischen Handelsmaßnahmen, eingeführt unter Präsident Donald Trump, haben das Vertrauen ausländischer Parteien in amerikanische Schulden beeinträchtigt. China gehört zu den Ländern, die direkt von diesen Maßnahmen betroffen sind.
Diversifikation als Motiv für den Verkauf
Obwohl China noch immer US-Staatsanleihen im Wert von 756,3 Milliarden Dollar hält, passen die jüngsten Verkäufe zu den Empfehlungen chinesischer Politikberater, weniger abhängig von US-Schulden zu sein. Stattdessen sollte mehr in alternative, stabilere Vermögenswerte wie Gold und andere Metalle investiert werden.
Der chinesische Abbau ist Teil eines breiteren globalen Trends. International gesehen nimmt der Anteil ausländischer Parteien an US-Staatsanleihen ab. Während 2008 noch 57 Prozent der ausstehenden Anleihen in ausländischen Händen waren, ist dieser Anteil mittlerweile auf 32 Prozent gefallen. Dieser Trend könnte auf ein wachsendes Misstrauen gegenüber der amerikanischen Haushaltspolitik und der steigenden Staatsverschuldung hinweisen.
China scheint damit eine breitere Neubewertung der Risiken auf dem internationalen Anleihemarkt zu reflektieren. Die Entwicklungen könnten Auswirkungen sowohl auf die amerikanischen Kapitalmärkte als auch auf das globale finanzielle Gleichgewicht haben.
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