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Die chinesische Zentralbank hat im März die größte Menge Gold seit über einem Jahr gekauft. Die People’s Bank of China fügte 160.000 Troy-Unzen hinzu, was etwa 5.000 Kilogramm entspricht. Damit kauft die Bank bereits seit siebzehn Monaten in Folge Gold.
Auffällig ist der Zeitpunkt des Kaufs. Der Goldpreis fiel im März um zwölf Prozent und erlebte damit die schlechteste Monatsperformance seit 2008.
Die Timing ist bemerkenswert. Während Gold unter dem Druck des Krieges mit Iran, eines stärkeren Dollars und steigender Zinserwartungen stand, kaufte China weiterhin zu. Andere Zentralbanken handelten entgegengesetzt. So verkaufte die türkische Zentralbank im März etwa sechzig Tonnen Gold, um die Lira zu stützen.
Die chinesischen Käufe können das Vertrauen in Gold stärken, gerade jetzt, wo das Marktgefühl fragil ist. Nach einem Rekord von fast 5.600 Dollar pro Unze Ende Januar fiel der Goldpreis im März um zwölf Prozent. Am Dienstag zeigte Gold eine vorsichtige Erholung und stieg wieder über 4.690 Dollar.
Die People’s Bank of China (PBOC) gehört schon länger zu den größten Goldkäufern weltweit und erhöht dieses Tempo weiter. Die Zentralbank hat nunmehr siebzehn Monate in Folge Gold zu ihren Reserven hinzugefügt. Diese kontinuierlichen Käufe deuten auf eine klare Strategie hin. China will weniger abhängig von in Dollar notierten Vermögenswerten sein.
Damit steht das Land nicht allein. Seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 haben Zentralbanken weltweit ihre Goldreserven beschleunigt aufgestockt. Besonders Schwellenländer sehen Gold als Schutz gegen Risiken rund um den Dollar und geopolitischen Spannungen.
In den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 kauften Zentralbanken netto etwa 25 Tonnen Gold, so die Zahlen des World Gold Council. Die Nationalbank von Polen war dabei einer der größten Käufer und fügte allein im Februar 20 Tonnen hinzu.
Der Rückgang um zwölf Prozent im März wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. In Kriegszeiten steigt Gold normalerweise als sicherer Hafen. Dieses Mal war es anders. Durch den Konflikt mit Iran wurde der Dollar stärker, während Anleger mit höheren Zinsen aufgrund steigender Ölpreise rechneten. Gleichzeitig verkauften einige Akteure Gold, um Verluste in anderen Märkten auszugleichen.
Dieses sogenannte Deleveraging belastete den Goldpreis zusätzlich. Investoren verkaufen in so einer Phase nicht nur risikoreiche Positionen, sondern auch gewinnbringende Assets wie Gold, um schnell Liquidität zu schaffen. Dadurch wog der Verkaufsdruck schwerer als die Unterstützung durch geopolitische Unruhe.
Die anhaltenden Käufe Chinas senden ein klares Signal. Die strukturelle Nachfrage nach Gold vonseiten der Zentralbanken bleibt intakt, trotz des starken Preisrückgangs. Solange große Akteure wie China weiter kaufen, liegt eine stabile Basis unter dem Markt.
Die Frage ist nun, ob die Verkaufswelle im März einmalig war oder der Beginn einer längeren Korrektur. Die Investmentbank Goldman Sachs hält an einem Kursziel von 5.400 Dollar bis Ende 2026 fest. Sollte die Nachfrage aus China und anderen Zentralbanken anhalten, könnte sich der jüngste Rückgang im Nachhinein als interessantes Einstiegsniveau erweisen.
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