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Charles Schwab, einer der größten Finanzdienstleister der USA, betritt plötzlich die Kryptobühne. Das Unternehmen startet die Einführung des direkten Spothandels mit Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) für Privatkunden in den Vereinigten Staaten. Damit rückt Krypto einmal mehr in Richtung finanzieller Mainstream.

Das ist beachtlich, denn Charles Schwab verwaltet im Namen seiner Kunden etwa 12 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten.

Charles Schwab verwaltet 12,2 Billionen Dollar an Kundengeldern. Quelle: Charles Schwab

Stufenweise Einführung ab Q2 2026

Der neue Service heißt Schwab Crypto und wird ab dem zweiten Quartal 2026 schrittweise eingeführt. Zuerst erhalten Mitarbeiter und eine Gruppe früher Nutzer Zugang, bevor das Produkt für die gesamte Kundenbasis verfügbar wird.

Schwab integriert Krypto nicht als separates Produkt, sondern direkt in sein bestehendes Ökosystem aus Brokerage, Bankdienstleistungen und Research. Kunden können Krypto künftig also neben Aktien, ETFs und Anleihen auf derselben Plattform ansehen und handeln.

Das verschafft der Bank einen enormen Vertriebs-Vorteil gegenüber Krypto-nativen Anbietern wie Coinbase und OKX. Während diese Plattformen Krypto als Hauptprodukt anbieten, kann Schwab es direkt mit einer bestehenden Beziehung zu Millionen von Anlegern verbinden, die ihr gesamtes Portfolio bereits bei dem Unternehmen verwalten.

Relativ hohe Handelsgebühren

Die Preisgestaltung liegt bei 75 Basispunkten pro Transaktion, das entspricht 0,75 % des Wertes jeder Transaktion. Die Infrastruktur für Verwahrung, Ausführung und Abwicklung wird von Paxos bereitgestellt.

Damit entscheidet sich Schwab für eine regulierte und recht konservative Struktur, passend zu seiner breiteren Marke und Kundenbasis. Gleichzeitig ist der Dienst zu Beginn eingeschränkt: Kunden können noch keine Bitcoin oder Ethereum aus externen Wallets einzahlen, und Krypto-Vermögenswerte sind nicht durch SIPC- oder FDIC-Versicherung geschützt.

Der Dienst wird zudem nicht sofort in New York und Louisiana verfügbar sein, aufgrund strengerer lokaler Kryptoregelungen.

Teil eines breiteren institutionellen Trends

Schwabs Schritt reiht sich in einen breiteren institutionellen Trend ein. Das Unternehmen bot bereits indirekte Krypto-Exposition über ETFs, Futures und krypto-bezogene Aktien. Jetzt geht es einen Schritt weiter mit dem tatsächlichen Spothandel.

Dies geschieht in einer Phase, in der regulatorische Änderungen in den USA die Hürde für große Finanzinstitute gesenkt haben. Sowohl die SEC als auch die OCC haben kürzlich den Weg für mehr Engagement von Banken und Vermögensverwaltern bei digitalen Assets geebnet.

Die große Frage ist nun, ob Schwab mit seinem vertrauten Namen und seinem breiten Kundennetzwerk tatsächlich Handelsvolumen von günstigeren oder spezialisierteren Krypto-Plattformen abziehen kann. Doch unabhängig davon ist die symbolische Bedeutung bereits jetzt groß: Direkter Handel mit Bitcoin und Ethereum wird nun auch von einem traditionellen amerikanischen Finanzriesen angeboten.

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