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Cardano-Gründer Charles Hoskinson plant eine umfassende Reform der festgefahrenen Governance von Cardano (ADA). Er schlägt unter anderem eine spezielle Diskussionsplattform und einen eigenen Abstimmungsblock vor. Anleger scheinen jedoch bisher nicht überzeugt, der ADA-Kurs ist auf dem niedrigsten Stand seit Jahren.
Die Governance von Cardano steht unter Druck. Innerhalb des Netzwerks gibt es Finanzierungsanträge für hunderte Millionen ADA, während weniger Mittel zur Verfügung stehen. Vertreter der ADA-Inhaber, die sogenannten DReps, sind zudem stark uneinig darüber, welche Projekte Unterstützung erhalten sollen.
Laut Hoskinson führen Diskussionen auf X vor allem zu mehr Konflikten. Er bezeichnet die Plattform als Verbreitungskanal, der extreme Standpunkte belohnt, aber wenig Raum für Kompromisse lässt.
„Würden Sie in eine Bibliothek gehen, in der Menschen jeden Tag mit Töpfen und Pfannen auftauchen?“, so Hoskinson.
Er will daher die Goverancdiskussionen auf einen moderierten Discord-Server verlagern. Dort könnten Teilnehmer mithilfe von Privatsphäre-Technologien diskutieren und abstimmen, ohne ihre Identität preiszugeben. Das soll Einschüchterung und persönliche Angriffe verringern.
Zusätzlich erwägt Hoskinson, sich selbst als DRep zu registrieren und einen eigenen Abstimmungsblock zu gründen. Dieser Block würde automatisch gegen Finanzierungsanträge stimmen, wenn die Antragsteller nicht an den Governance-Diskussionen auf Discord teilnehmen.
Hoskinson betont, dass dies kein Versuch sei, die Macht an sich zu reißen. Vielmehr wolle er Antragsteller zwingen, ihre Pläne öffentlich zu erläutern und Fragen aus der Community zu beantworten. Letztlich würden die Entscheidungen weiterhin durch Abstimmungen auf der Blockchain getroffen.
Die Pläne kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Cardano. Die Analyseplattform TapTools baut ihre Aktivitäten ab, während sich mehrere Vertreter aus der Governance zurückgezogen haben. Auch ein Finanzierungsantrag für eine Cardano-Konferenz fand nicht genügend Unterstützung.
Unterdessen bleibt der ADA-Kurs schwach. Die Kryptowährung fiel kürzlich stark ab und befindet sich auf den tiefsten Niveaus der letzten Jahre. Die ehemalige Unterstützung bei 0,23 Dollar stellt nun ein wesentliches Hindernis für eine Erholung dar. Hoskinson unterstreicht die Bedeutung des Kurses für das Netzwerk:
„Natürlich liegt mir der Preis von ADA am Herzen. Der Preis von ADA ist direkt mit der Sicherheit und dem Nutzen von Cardano verbunden.“
Gleichzeitig verweist er auf technische Entwicklungen. So arbeitet Cardano an Ouroboros Leios, einem Upgrade, das deutlich mehr Transaktionen ermöglichen soll. Ein öffentliches Testnetz ist für Juni geplant.
Vorerst bevorzugen Anleger Taten gegenüber Worten und Versprechen. Hoskinsons Reformplan könnte die Entscheidungsfindung innerhalb von Cardano verbessern, muss aber zunächst Unterstützung von einer gespaltenen Gemeinschaft erhalten.
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