Die BRICS-Staaten haben ein funktionierendes Prototyp einer digitalen Handelswährung eingeführt, die teilweise durch Gold gedeckt ist. Diese sogenannte „Unit“ soll helfen, die Abhängigkeit vom US-Dollar im Welthandel zu verringern.
Reaktion auf Sanktionen und Dollardominanz
Die Währung wurde vom Institut für Wirtschaftliche Strategien der Russischen Akademie der Wissenschaften (IRIAS) entwickelt und am 31. Oktober in einer kleinen Pilotphase mit 100 Einheiten eingeführt.
Der Wert ist an einen Reservekorb gebunden, der zu 40 Prozent aus physischem Gold und zu 60 Prozent aus BRICS-Währungen besteht, darunter der brasilianische Real, der chinesische Yuan, die indische Rupie, der russische Rubel und der südafrikanische Rand.
Die Einführung der Unit ist Teil umfassenderer Bemühungen der BRICS-Staaten, weniger abhängig vom US-Dollar zu werden. Diese Bestrebungen wurden durch die Sanktionen gegen Russland im Jahr 2022 beschleunigt, in deren Folge das Land vom internationalen SWIFT-Zahlungssystem ausgeschlossen wurde.
Seitdem sind mehrere BRICS-Staaten auf bilateralen Handel in eigenen Währungen umgestiegen. Russland und China nutzen vor allem den Yuan und den Rubel, während auch Indien und China größtenteils auf die nationalen Währungen umgestiegen sind. Handelsungleichgewichte, wie das indische Defizit mit Russland, schaffen jedoch Bedarf an zusätzlichen Lösungen. Hier bietet die Unit eine Möglichkeit.
Digitale Alternativen und Goldbindung
Die Unit ist keine klassische Kryptowährung, sondern ein digitales Tauschmittel, das auf Blockchain-Technologie basiert. Die Währung baut auf früheren Vorschlägen für goldgedeckte Währungen innerhalb der BRICS auf und fügt sich in digitale Initiativen wie BRICS Pay ein.
Der Wert der Unit schwankt täglich basierend auf den Marktentwicklungen der zugrunde liegenden Vermögenswerte. Am 4. Dezember entsprach eine Unit 0,9823 Gramm Gold.
Obwohl sich das Projekt noch in der Testphase befindet und nicht offiziell von den Zentralbanken der BRICS-Staaten genehmigt wurde, scheint es ein sehr ernstzunehmendes Vorhaben zu sein. Auch verschiedene afrikanische Länder zeigen bereits Interesse an einer potenziellen Teilnahme. Ziel ist es, internationalen Handel außerhalb des dollarbasierten Systems zu ermöglichen, während die Länder ihre eigenen Goldreserven bewahren.
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