Börsennotierte Bitcoin-Miner haben im ersten Quartal 2026 mehr Bitcoin (BTC) verkauft als im gesamten Jahr 2025 zusammen. Dies zeigt deutlich, wie stark der Druck auf die Branche inzwischen geworden ist.
Öffentliche Miner wie MARA, CleanSpark, Riot, Cango, Core Scientific und Bitdeer verkauften zusammen mehr als 32.000 Bitcoin im ersten Quartal. Damit übersteigt das Verkaufsvolumen sogar das Niveau, das wir während schwieriger Stressphasen in früheren Bärenmärkten gesehen haben.

Miner unter Druck durch sinkende Rentabilität
Der Hauptgrund ist, dass die Rentabilität des Minings zunehmend unter Druck steht. Der sogenannte Hashprice, ein wichtiger Maßstab für den Ertrag des Minings, ist auf etwa 33 Dollar pro Petahash pro Tag gefallen.

Das ist problematisch, denn für viele Miner, insbesondere solche mit älterer Ausrüstung, liegt der Break-even-Punkt bei etwa 35 Dollar. Sobald der Ertrag darunter fällt, geraten Teile der Branche direkt in die Gefahrenzone.
Branche immer stärker gespalten
Die Miningwelt scheint sich daher in zwei Gruppen zu spalten. Auf der einen Seite stehen Unternehmen, die gezwungen sind, ihre Bitcoin zu liquidieren, um die Betriebskosten zu decken. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die versuchen, ihre Bitcoin als strategische Reserve für die Zukunft zu halten.
Derzeit scheint jedoch die erste Gruppe die Oberhand zu gewinnen. Die Kombination aus steigender Konkurrenz, geringeren Block Rewards und schwierigen makroökonomischen Bedingungen macht es vielen Minern zunehmend schwer, ihre Bestände zu halten.
Bitcoin-Reserven der Miner schwinden weiter
Auch die Gesamtmenge der Bitcoin-Reserven der Miner sinkt weiter. Ende 2023 hielten Miner zusammen noch mehr als 1,86 Millionen Bitcoin. Inzwischen ist dieser Bestand auf etwa 1,8 Millionen Bitcoin gesunken.

Das erscheint auf den ersten Blick immer noch enorm, aber die Richtung ist wichtiger als die absolute Zahl. Es zeigt, dass Miner zunehmend nicht nur die neue Produktion verkaufen, sondern auch einen Teil ihrer bestehenden Reserven in Anspruch nehmen müssen.
Höhere Kosten und fallende Preise zwingen zum Handeln
Besonders schwierig wird die Lage dadurch, dass dies in einer Phase geschieht, in der der Bitcoin-Kurs selbst nicht stark genug ansteigt, um den Druck vollständig abzubauen. Gleichzeitig bleiben Energiekosten und Konkurrenz hoch.
Dadurch geraten vor allem Miner mit höheren Kosten in Schwierigkeiten. Sollte dieser Trend anhalten, wird eine weitere Kapitulation in der Branche wahrscheinlich.
Deutlicher Kontrast zu Bitcoin-Treasury-Unternehmen
Auffallend ist der Kontrast zu Unternehmen wie Strategy. Während Miner ihre Bitcoin verkaufen müssen, um zu überleben, nutzen Treasury-Unternehmen Preisrückgänge oft, um mehr Bitcoin zu erwerben.
Dieser Unterschied sagt viel über die Marktstruktur der aktuellen Lage aus. Während Miner durch ihr operatives Modell unter Druck stehen, können Treasury-Unternehmen von derselben Schwäche profitieren, indem sie das zusätzliche Angebot aufnehmen.
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