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Das Vereinigte Königreich will in den kommenden Jahren eine führende Rolle bei der Digitalisierung des Finanzsektors einnehmen. Gemeinsam mit großen Banken und Kryptounternehmen hat die Regierung dafür eine neue Roadmap vorgelegt, die Blockchain-Technologie schneller in die Praxis bringen soll. Ein von der Regierung unterstützter Bericht kommt zu dem Schluss, dass dieser Ansatz der britischen Wirtschaft bis 2035 jährlich bis zu 44 Milliarden Dollar zusätzlich einbringen könnte.
Der Bericht wurde unter der Leitung von Chris Woolard erstellt, den das britische Finanzministerium zum Wholesale Digital Markets Champion ernannt hat. Gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe aus mehr als fünfzig Parteien erarbeitete er einen zwölfmonatigen Aktionsplan, um Tokenisierung in größerem Maßstab einzusetzen.
Zur Arbeitsgruppe gehören unter anderem BlackRock, Goldman Sachs, JPMorgan, Morgan Stanley, HSBC, UBS, Coinbase, Circle, Ripple, Kraken, DTCC und Euroclear. Ihr gemeinsames Ziel ist es, Tokenisierung nicht länger auf Pilotprojekte zu beschränken, sondern in bestehenden Finanzmärkten einzusetzen.
Ein zentraler Bestandteil des Plans ist die Ausgabe der ersten britischen digitalen Staatsanleihe, auch Digital Gilt genannt. Sie soll nach aktueller Planung im ersten Quartal 2027 auf den Markt kommen.
Zudem will die Arbeitsgruppe erreichen, dass tokenisierte Anleihen nicht nur emittiert, sondern auch aktiv gehandelt und als Sicherheiten für Kredite genutzt werden können. Der eigentliche Mehrwert der Tokenisierung entsteht dem Bericht zufolge erst dann, wenn diese Wertpapiere frei im Finanzsystem zirkulieren können.
Die Autoren schreiben, nun sei es an der Zeit, „von Pilotprojekten in die Breite“ und „von Ambitionen zu konkretem Handeln“ zu kommen.
Ripple gehört der Arbeitsgruppe an und sprach sich heute für den Plan aus. Das Unternehmen hinter XRP schreibt: „Onchain-Fonds, Anleihen und Repo-Geschäfte sind keine Experimente. Sie erweisen sich bereits heute als günstiger, effizienter und schneller als ihre traditionellen Alternativen.“
Der Vorschlag knüpft an frühere Pläne der britischen Regierung an. Ende 2024 wurde bereits ein Pilotprojekt für eine digitale Staatsanleihe angekündigt. 2025 folgte eine weitere Ausarbeitung mit Onchain-Abwicklung, außerbörslichem (OTC) Handel und einem Sekundärmarkt. Anfang dieses Jahres wurde die Orion-Plattform von HSBC ausgewählt, um den Test zu unterstützen.
Die neue Roadmap geht einen Schritt weiter. So wird die Bank of England aufgefordert, digitale Staatsanleihen als Sicherheiten zu akzeptieren. Nach Einschätzung der Arbeitsgruppe ist das notwendig, damit Tokenisierung in großem Maßstab erfolgreich werden kann.
Das Vereinigte Königreich verfügt dafür bereits über einen Teil der nötigen Infrastruktur. So startete Fnality Ende 2023 ein blockchainbasiertes Zahlungssystem in Pfund Sterling, das an Zentralbankreserven gekoppelt ist. Das Netzwerk ist für kurzfristige Kredite mit Anleihen als Sicherheiten, die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere und internationale Zahlungen konzipiert.
Auch regulatorisch geht das Vereinigte Königreich weitere Schritte. Die britische Aufsichtsbehörde FCA führte Anfang dieses Jahres neue Leitlinien ein, mit denen Fondsmanager Blockchain-Technologie breiter für tokenisierte Investmentfonds nutzen können. Damit entsteht schrittweise ein umfassenderer Regulierungsrahmen für Tokenisierung.
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