Larry Fink, der Chef von BlackRock, dem weltweit größten Vermögensverwalter, hat in einem Interview mit der CBS-Sendung 60 Minutes eingeräumt, dass er Bitcoin (BTC) zu negativ beurteilt habe. Während er die Kryptowährung früher noch als Tummelplatz für Kriminelle und Geldwäscher abtat, spricht er nun von einer gereiften Anlageklasse, die ihren Platz in einem diversifizierten Portfolio haben kann.
Vom Skeptiker zum Überzeugten
Fink, der jahrelang als ausgesprochener Kritiker von Bitcoin und Krypto galt, machte im Interview deutlich, dass er seine Haltung geändert hat. “Damals sprachen wir über Bitcoin. Es war ein Tummelplatz für Geldwäscher und Diebe. Aber die Märkte lehren dich, deine Annahmen immer wieder zu hinterfragen.”
Obwohl er warnt, dass nicht jede Kryptowährung gleich sinnvoll ist – insbesondere Memecoins hält er für unsinnig –, räumte Fink ein, dass digitale Vermögenswerte als Anlageklasse nicht länger ignoriert werden können. “Es gibt eine Rolle für Krypto, so wie es eine Rolle für Gold gibt. Es ist eine Alternative für alle, die diversifizieren wollen. Es ist kein schlechtes Asset, aber ich finde nicht, dass es einen großen Teil des Portfolios ausmachen sollte.”
Mit diesen Worten stellt Fink Bitcoin in eine Reihe mit Gold: eine alternative Anlage, die in Zeiten der Unsicherheit Schutz bieten kann. Dass BlackRock inzwischen selbst zu den größten Anbietern von Bitcoin-ETFs zählt, unterstreicht den Kurswechsel. Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock gehört seit dem Start 2024 zu den beliebtesten Börsenfonds.
Lehren des Marktes
Für Fink geht es vor allem darum, die Dynamik der Märkte zu verstehen. “Was die Märkte in den vergangenen hundert Jahren lehren – selbst in den schlechtesten Momenten –, ist, dass man mit langem Horizont und Durchhaltevermögen am Ende gut fährt. Ein diversifiziertes Portfolio ist entscheidend.”
Neben seinen Anmerkungen zu Bitcoin und Krypto verwies Fink auch auf andere Anlagemöglichkeiten. Er sieht großes Potenzial in Start-ups, Künstlicher Intelligenz (KI) und Rechenzentren – Sektoren, die seiner Meinung nach in den kommenden Jahrzehnten die wirtschaftliche Entwicklung prägen werden.
Auffällig war sein Vorschlag, US-Rentenkonten, die sogenannten 401(k)s, für mehr private Beteiligungen zu öffnen. So könnten Privatanleger Zugang zu Wachstumsmärkten erhalten, die derzeit vor allem institutionellen Investoren vorbehalten sind.
Bedeutung für Bitcoin und Anleger
Dass ausgerechnet der CEO von BlackRock, einem Unternehmen, das 10 Billionen US-Dollar verwaltet, offen zugibt, sein Urteil über Bitcoin revidiert zu haben, könnte einiges Gewicht haben. Für viele institutionelle Akteure gilt Fink als wichtige Stimme in der Debatte über neue Anlageklassen.
Dass er Bitcoin nun ausdrücklich neben Gold nennt, verleiht der Idee Legitimität, dass Krypto nicht länger nur eine Nische oder ein Hype ist, sondern ein fester Bestandteil globaler Portfolios werden kann. Für Anleger könnte das bedeuten, dass die Akzeptanz von Bitcoin als “digitales Gold” weiter an Fahrt gewinnt.
Trotzdem bleibt Fink vorsichtig. Er rät Anlegern, Krypto nur als kleinen Baustein im Portfolio zu betrachten – gerade um die Risiken der Volatilität zu begrenzen. Seine Botschaft ist jedoch klar: Pauschal ablehnen, ohne neu zu bewerten, ist keine Option mehr.
“Die Märkte zwingen einen immer wieder, das, was man zu wissen glaubte, neu zu hinterfragen”, sagte Fink. Und das gelte seiner Ansicht nach nun auch für Bitcoin.
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