In den vergangenen Jahren sind börsennotierte Unternehmen mit Krypto-Reserven wie Pilze aus dem Boden geschossen. Hunderte Firmen führen inzwischen digitale Coins in ihrer Bilanz und bieten Anlegern damit eine indirekte Beteiligung am Kryptomarkt.
Dennoch meint Matt Hougan von Bitwise , dass das wenig Mehrwert bietet. Seiner Ansicht nach können Anleger in dem Fall genauso gut zu einem Börsenfonds greifen, und Unternehmen müssten sich wirklich abheben, um relevant zu bleiben.
Unternehmen müssen sich von ETFs abheben
Ende 2020 war Strategy das allererste börsennotierte Unternehmen, das sich traute, in Krypto zu investieren. Bitcoin (BTC), um genau zu sein.
Seitdem hat sich das Spielfeld deutlich verändert: Inzwischen haben mehr als 200 Unternehmen eigene Bitcoin-Reserven aufgebaut, und immer mehr wagen sich auch an Altcoins wie Ethereum (ETH) und Solana (SOL).
Dennoch findet Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, dass viele dieser Unternehmen zu wenig Mehrwert bieten.
„Krypto zu kaufen und in der Bilanz zu führen, ist heute nicht mehr schwierig“, sagt Hougan auf der Social-Media-Plattform X. „Das war früher eine Herausforderung, heute nicht mehr.“
„Wenn das alles ist, was so ein Krypto-Unternehmen macht, kann man genauso gut einfach einen ETF halten.“
Ein ETF (Exchange-Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der in die zugrunde liegende Kryptowährung investiert und deren Kurs eng abbildet.
Bitwise bietet selbst mehrere solcher Fonds an, darunter für Bitcoin, Ethereum und seit Kurzem auch Solana (SOL). Damit können Anleger ohne den Aufwand mit Wallets oder Private Keys direkt von Kursbewegungen profitieren.
Laut Hougan können sich Unternehmen also nur noch unterscheiden, indem sie etwas Schwierigeres tun.
„Sie müssen die Möglichkeiten innerhalb des Ökosystems aktiv nutzen“, erklärt er. „Denkbar sind die Teilnahme an DeFi-Plattformen, das Vergeben smarter Kredite oder das Schreiben gedeckter Optionen für zusätzliche Erträge.“
Seiner Meinung nach werden Unternehmen, die nur Krypto kaufen und mit dem Bestand nichts tun, auf Dauer „mit Abschlag gehandelt“, weil sie keinen echten Mehrwert schaffen.
Selbst Staking (das Sperren von Coins zur Sicherung des Netzwerks) reicht inzwischen nicht mehr, seit es Fonds gibt, die auch Passiveinkünfte aus Staking an ihre Investoren ausschütten. Bitwise macht das beispielsweise mit seinem brandneuen Solana-Fonds.
Strategy macht sehr wohl etwas Schwieriges
Hougan nennt ausdrücklich auch Strategy, den größten börsennotierten Bitcoin-Besitzer der Welt.
„Viele Menschen denken, dass Strategy nur Bitcoin sammelt, aber das stimmt nicht“, sagt Hougan.
Das Unternehmen hält inzwischen Bitcoin im Wert von 64 Milliarden Dollar, bei lediglich 8 Milliarden Dollar Schulden.
Laut Hougan ist es sehr schwer, so viel Kapital für Bitcoin-Käufe einzuwerben, ohne sich stark zu verschulden.
Weil Strategy das geschafft hat, kann das Unternehmen nun smarte Finanzkonstruktionen einsetzen, etwa die Emission von Anleihen oder speziellen Aktien, um noch mehr Bitcoin zu kaufen.
Unter bestimmten Marktbedingungen führt diese Strategie sogar dazu, dass die Aktien von Strategy mehr wert sind als ihr tatsächlicher Bitcoin-Bestand. Anleger zahlen dann eine Prämie – schlicht, weil sie an die Vision und den Mut des Unternehmens glauben.
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