Die südkoreanische Kryptobörse Bithumb plant, CEO Lee Jae-won für eine weitere Amtszeit von zwei Jahren wiederzuwählen. Dies berichtet die Korea Times. Die Entscheidung soll am 31. März während der Aktionärsversammlung fallen.

Der Zeitpunkt ist mehr als bemerkenswert: Bithumb steht unter dem Druck der Aufsichtsbehörden, hat eine Millionenstrafe erhalten und geriet Anfang des Jahres aufgrund eines Fehlers in die Schlagzeilen, bei dem versehentlich 620.000 Bitcoin ausgezahlt wurden.

Strafe und Sperre wegen Verstößen gegen Anti-Geldwäsche-Regeln

Die südkoreanische Financial Intelligence Unit (FIU) verhängte gegen Bithumb eine Geldstrafe von 36,8 Milliarden Won, umgerechnet etwa 24,2 Millionen Dollar. Zudem erhielt die Börse eine teilweise Suspendierung für sechs Monate wegen Mängeln bei der Einhaltung der Anti-Geldwäsche-Regeln. Vom 27. März bis zum 26. September darf Bithumb keine externen Kryptotransaktionen für Neukunden durchführen.

Für die zweitgrößte Kryptobörse Südkoreas ist das ein erheblicher Schlag, gerade in einer Zeit, in der der Markt boomt.

Bitcoin-Panne: 620.000 BTC versehentlich ausgezahlt

Anfang des Jahres unterlief Bithumb ein Fehler, als während einer Promotion versehentlich 2.000 Bitcoin pro Nutzer ausgezahlt wurden, anstatt 2.000 koreanische Won, umgerechnet etwa 1,40 Dollar. Insgesamt wurden etwa 620.000 BTC ausgezahlt, eine Summe, die die Börse unmöglich abdecken konnte.

Der Vorfall warf ernsthafte Fragen zur internen Kontrolle und Risikomanagement des Unternehmens auf. Wie ein Fehler solchen Ausmaßes alle Prüfungen durchlaufen konnte, ist für viele Nutzer und Aufsichtsbehörden unverständlich.

Lizenz auf dem Spiel

Zusätzlich läuft eine Untersuchung wegen des Austauschs von Orderbüchern mit einer ausländischen Partei. Der Ausgang könnte Auswirkungen auf die Verlängerung von Bithumbs Lizenz als Anbieter von virtuellen Vermögenswerten haben. Ohne diese Lizenz kann die Börse in Südkorea nicht operieren.

Südkoreanischer Kryptomarkt wächst trotz Widrigkeiten

Die Probleme bei Bithumb stehen im Kontrast zum allgemeinen Wachstum der Branche. In Südkorea gibt es mittlerweile mehr als 16 Millionen Kryptonutzer, über 30 Prozent der Bevölkerung. Nach der Wahl von Präsident Lee Jae-myung im letzten Jahr hat sich das regulatorische Klima verbessert, unter anderem mit Plänen zur Legalisierung von Stablecoins.

Die Aktionärsversammlung am 31. März wird entscheidend sein. Nicht nur für die Zukunft von CEO Lee, sondern auch für die Frage, ob Bithumb das Vertrauen von Nutzern und Aufsichtsbehörden in einem zunehmend professionellen Markt zurückgewinnen kann.

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