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Laut Tom Lee, dem Leiter der Research-Abteilung bei Fundstrat, müssen Investoren im Jahr 2026 mit einem schwierigen Start sowohl für Aktien als auch für Krypto rechnen. In einem Interview mit The Master Investor Podcast beschreibt Lee ein Jahr, das zunächst von Druck und Unsicherheit geprägt ist, aber letztlich stark enden könnte.
Lee zieht einen deutlichen Vergleich zwischen 2026 und 2025. Die strukturellen Trends rund um Blockchain und künstliche Intelligenz bleiben seiner Meinung nach bestehen, jedoch erschweren geopolitische Spannungen, Handelszölle und politische Polarisierung eine nachhaltige Rally an den Märkten. Für den Aktienmarkt erwartet er eine Korrektur von 15 bis 20 Prozent.
Gleichzeitig rechnet Lee damit, dass die zweite Jahreshälfte ganz anders verlaufen könnte. Eine mildere Haltung der US-Notenbank und das Ende der Phase der quantitativen Straffung könnten seiner Ansicht nach als wichtiger Rückenwind fungieren. „Ich denke, dass wir das Jahr letztlich stark abschließen werden“, so Lee.
Trotz seiner pessimistischen Prognose für den Jahresanfang bleibt Lee bemerkenswert optimistisch in Bezug auf Bitcoin. Er geht weiterhin davon aus, dass Bitcoin 2026 ein neues Allzeithoch erreichen könnte. Damit bekräftigt er seine optimistische Langzeitvision, nannte jedoch diesmal kein konkretes Kursziel wie die zuvor erwähnten 250.000 Dollar.
Laut Lee wäre ein neuer Rekordkurs vor allem symbolisch bedeutsam. Er würde signalisieren, dass sich der Markt endgültig von der drastischen Korrektur am 10. Oktober erholt hat, als etwa 20 Milliarden Dollar an gehebelten Positionen aufgelöst wurden. „Wenn Bitcoin ein neues Rekordniveau erreicht, wissen wir, dass die Deleveraging-Phase wirklich vorbei ist“, erklärt er.
Lee führt aus, dass diese Phasen des erzwungenen Abbaus von Hebelwirkungen besonders schädlich für den Kryptomarkt sind. Market Maker, die er als die ‘Zentralbank der Krypto’ bezeichnet, werden dann stark getroffen, was die Liquidität und Stabilität vorübergehend beeinträchtigt. Das erklärt laut ihm auch, warum sich Bitcoin zuletzt schwächer als Gold entwickelt hat.
Für 2026 sieht Lee Chancen im Energiesektor und bei Basismaterialien, wobei Gold als feste Basis im Portfolio dient. Diese Sichtweise wird von Benjamin Cowen von Into The Cryptoverse geteilt. Cowen hebt hervor, dass Edelmetalle 2025 besser abschnitten als Krypto und erwartet eine Wiederholung dieses Musters im Jahr 2026.
Gleichzeitig warnt Cowen, dass auch Metalle später im Jahr eine deutliche Korrektur erleben könnten, wobei Krypto möglicherweise noch stärker betroffen sein wird. Seine Schlussfolgerung stimmt mit Lees umfassenderer Botschaft überein: Investoren sollten mit der aktuellen Marktlage arbeiten und nicht mit der, die sie sich wünschen.
Für den Bitcoin-Kurs bedeutet dies voraussichtlich ein volatiles Jahr: Zunächst Druck durch makroökonomische und geopolitische Faktoren, aber mit der Möglichkeit auf Erholung und neue Höchststände, wenn sich die Bedingungen im späteren Verlauf des Jahres 2026 verbessern.
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