In den kommenden Tagen stehen zahlreiche wichtige Konjunkturdaten aus den USA an. Sie können die Stimmung an den Märkten kräftig beeinflussen – und damit auch den Kurs von Bitcoin (BTC). Auf diese Entwicklungen sollten Anleger jetzt besonders achten.
Bitcoin wartet auf US-Inflationsdaten
Gestern veröffentlichte Analyst Kobeissi einen Überblick über die wichtigsten Termine dieser Woche. In der ersten Wochenhälfte prasselt eine Flut an US-Makrodaten auf die Märkte ein. Das Hauptaugenmerk der Anleger liegt auf den Inflationsindikatoren: dem Produzentenpreisindex (PPI) am Dienstag und dem Kern-PCE-Index am Mittwoch.
Der PPI misst die Preisveränderungen, die Produzenten für ihre Waren und Dienstleistungen erhalten, und gilt daher als früher Indikator für den Inflationsdruck. Der PCE (Personal Consumption Expenditures) schaut hingegen darauf, was Verbraucher tatsächlich ausgeben, und gilt als das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve (Fed). Beide Daten sind wichtig, weil sie Aufschluss über das Preisniveau geben und damit das Zinsentscheidungen der Notenbank beeinflussen.
Fällt die Inflation niedriger aus als erwartet, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung. Das wirkt sich in der Regel positiv auf Bitcoin und andere riskantere Anlagen aus. Niedrigere Zinsen machen Geld günstiger, wodurch mehr Kapital in Umlauf kommt, das nach Rendite sucht.
Zusätzlich werden in dieser Woche Zahlen zum Einzelhandelsumsatz, zum Verbrauchervertrauen, zu den Verkäufen neuer Häuser und zu den Aufträgen für langlebige Güter veröffentlicht. Und all das innerhalb von nur zwei Tagen, denn am Donnerstag bleibt Wall Street wegen Thanksgiving geschlossen und am Freitag endet der Handel bereits um 13:00 Uhr Ortszeit.
In den vergangenen Tagen schwankten die Erwartungen einer möglichen Zinssenkung stark. So war die Wahrscheinlichkeit zuletzt auf 30 Prozent gefallen, ist inzwischen jedoch wieder auf 73,5 Prozent gestiegen. Auslöser dafür sind Aussagen von John Williams, Präsident der New York Fed, der überraschend andeutete, dass eine Zinssenkung im Dezember möglich sei.
Nvidia überzeugt mit starken Zahlen
In der vergangenen Woche drehten sich die Märkte vor allem um die Quartalszahlen des Chipkonzerns Nvidia und den US-Arbeitsmarktbericht. Nvidia meldete im dritten Quartal einen Umsatz von 57 Milliarden Dollar – ein Plus von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die starken Zahlen bewegten nicht nur die Aktienmärkte, sondern sorgten auch am Kryptomarkt für neuen Optimismus. Anleger sehen Nvidia als Gradmesser für den breiteren Markt der Künstlichen Intelligenz – und damit auch für die allgemeine Risikobereitschaft.
Auch der amerikanische Arbeitsmarktbericht stand im Fokus. Im September entstanden 119.000 neue Stellen, was auf ein moderates Beschäftigungswachstum hindeutet. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,4 Prozent. Der Bericht für Oktober entfiel wegen des langen Government Shutdown. Das ist problematisch, denn ohne aktuelle Daten fällt es der Federal Reserve schwerer, ihren Kurs in der Zinspolitik zu steuern.
Bitcoin testet entscheidende Unterstützung
Unabhängig von den vielen Makrodaten in dieser Woche steht Bitcoin charttechnisch angeschlagen da. Die Signale sind gemischt. Analyst Jelle verweist darauf, dass der RSI – ein Indikator für das Marktmomentum – auf historisch niedrige Werte gefallen ist. Solche Situationen sind selten und fielen in der Vergangenheit häufig mit lokalen Böden zusammen. Gleichzeitig testet der BTC-Kurs eine wichtige Unterstützungszone um die 85.000 Dollar. Laut Jelle könnte ein Bruch unter dieses Niveau die Marktstruktur auf höheren Zeitebenen beschädigen und die allgemeine Stimmung deutlich eintrüben.
Auf Basis des extrem niedrigen RSI wäre kurzfristig eigentlich eine Gegenbewegung nach oben zu erwarten. Dennoch mahnt die Lage zur Vorsicht: BTC hat inzwischen vier aufeinanderfolgende rote Wochenkerzen ausgebildet, warnt Analyst Satoshi Stacker. Eine derart negative Serie gab es seit Mitte 2024 nicht mehr. Das letzte Mal, dass Bitcoin noch länger im Minus notierte, war während des Bärenmarktes 2022, als der Kurs sogar neun Wochen in Folge tiefer schloss.
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