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Ein irischer Drogendealer versteckte vor Jahren die Private Keys von Wallets mit insgesamt 6.000 Bitcoin (BTC) in einem Anglerkoffer. Der Vermieter warf den Koffer weg, und jahrelang schienen die Coins für immer unerreichbar zu sein. Dennoch haben die irischen Behörden inzwischen mit Unterstützung von Europol 1.500 BTC aus den Wallets gesichert.
Im Mittelpunkt steht Clifton Collins, ein irischer Cannabishändler, der Ende 2011 und Anfang 2012 rund 6.000 BTC kaufte. Bitcoin kostete damals im Schnitt nur wenige Dollar. Collins verteilte die Coins auf zwölf Wallets mit jeweils 500 BTC.
Die Private Keys, also die geheimen Zugangscodes, mit denen sich Bitcoin versenden lassen, druckte er auf ein Blatt Papier. Dieses Papier versteckte er in der Aluminiumkappe eines Angelrutenrohrs in seiner Mietwohnung.
Nach seiner Festnahme im Jahr 2017 räumte der Vermieter die zurückgelassenen Besitztümer aus. Dabei soll die Angelausrüstung weggeworfen worden sein. Collins behauptete später, dass das Etui möglicherweise bereits zuvor gestohlen worden war, doch die Codes wurden nie wiedergefunden. Ohne die privaten Schlüssel schien der Zugriff auf das Vermögen technisch unmöglich.
Das irische Criminal Assets Bureau beschlagnahmte die Bitcoin wegen ihrer kriminellen Herkunft zwar rechtlich. Praktisch konnten die Behörden die Coins jedoch jahrelang nicht bewegen.
Das änderte sich im März 2026. Dem Criminal Assets Bureau gelang es mit Unterstützung des European Cybercrime Centre von Europol erstmals, eine Wallet mit 500 BTC zu entsperren. Die Behörden machten nicht öffentlich, welche technische Methode sie dafür nutzten. Dies ist bislang das größte Rätsel an dem gesamten Fall.
Im Mai folgte eine zweite Wallet mit 500 BTC. Nun wurden erneut 500 BTC bewegt, damit summiert sich die diesjährige Ausbeute auf 1.500 BTC. Die zuletzt entsperrten Coins wurden laut Blockchain-Daten an Coinbase Prime geschickt, eine Handels- und Verwaltungsplattform für institutionelle Investoren.
Es bleiben noch neun Wallets mit insgesamt etwa 4.500 BTC übrig. Zum aktuellen Kurs entsprechen diese Coins einem Wert von gut 270 Millionen Dollar. Ob die Behörden inzwischen Zugriff auf alle verbleibenden Wallets haben, ist nicht bekannt.
Der Fall zeigt, dass verlorene Private Keys nicht zwangsläufig das endgültige Aus für ein Bitcoin-Vermögen bedeuten. Zugleich wirft der erfolgreiche Zugriff eine zentrale Frage auf: Welche Schwachstelle fanden die Ermittler in Wallets, die fast zehn Jahre lang als unknackbar galten, und was sagt das über den bekannten Grundsatz „not your keys, not your coins“ aus?
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