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Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) driften laut neuen Marktdaten zunehmend auseinander. Beide Kryptowährungen bleiben bei Anlegern beliebt, doch ihre Nutzung bewegt sich in entgegengesetzte Richtungen. Ist das ein folgerichtiger Unterschied in den Funktionen – oder ein Hinweis darauf, dass die Stabilität am Markt ins Rutschen gerät?
Aus einem gemeinsamen Bericht von Glassnode und Keyrock geht hervor, dass Bitcoin immer deutlicher die Rolle eines Wertspeichers annimmt. Die Forschenden melden, dass 61 Prozent aller Bitcoin seit einem Jahr nicht bewegt wurden. Die tägliche Umlaufgeschwindigkeit liegt bei 0,61 Prozent der freien Umlaufmenge – einer der niedrigsten Werte unter großen globalen Assets.
Laut dem Bericht liegt Bitcoin fest im „Store of Value“-Bereich und verhält sich damit eher wie Gold als wie umlaufendes Geld.
Bei Ethereum ist die Dynamik ganz anders. Langfristige Halter bringen ihre ETH drei Mal so schnell in Umlauf wie vergleichbare Bitcoin-Halter. Keyrock bezeichnet dies als funktionale Nutzung statt Horten zum Sparen. Die Umlaufgeschwindigkeit von ETH liegt bei rund 1,3 Prozent pro Tag. Etwa ein Viertel aller Ether ist inzwischen im Staking gebunden. Dabei werden Coins hinterlegt, um das Netzwerk zu sichern; Teilnehmende erhalten dafür Belohnungen.
Ein weiterer Teil steckt in ETF-Strukturen. Das sind Fonds, die den Preis einer Kryptowährung abbilden, ohne dass man die Coins selbst verwalten muss. So entsteht ein großer produktiver Bestand, der DeFi-Anwendungen und Liquid-Staking-Systeme weiter antreibt.
Auffällig ist, dass die Bestände beider Coins auf Exchanges sinken. Bei Bitcoin beläuft sich der Rückgang auf 1,5 Prozent, bei Ethereum auf fast 18 Prozent. Die Verschiebung hin zu Spot-ETFs und professionellen Custodians gilt Analysten als struktureller Wandel. Dadurch ähnelt Bitcoin immer mehr einem digitalen Sparprodukt, während Ethereum als Rückgrat der Onchain-Aktivitäten dient.

Nicht alle werten die höhere Aktivität bei Ethereum als Stärke. Das Research-Haus 10x Research warnt, der wachsende Abstand zwischen beiden Coins könne zur Verwundbarkeit werden, weil vor allem Bitcoin viel Geld von Großanlegern anzieht.
Laut dem Haus kann eine Short-Position in ETH, bei der man auf fallende Kurse setzt, als Hedge dienen. So lassen sich Risiken absichern, falls die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin weiter steigt.
Laut 10x geht das Wachstum von ETH in den sogenannten Unternehmens-Treasuries zurück. Dabei handelt es sich um Unternehmensreserven, in denen Organisationen Kryptomünzen als Teil ihrer Strategie halten. Im dritten Quartal stiegen solche Reserven noch um 124 Prozent, doch diese Dynamik scheint nun nachzulassen. Eine Ausnahme ist Bitmine, das seinen Bestand bis zum 10. November auf über 3,5 Millionen ETH ausgebaut hat.
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