Wall Street und die globalen Finanzmärkte befinden sich in einer Krisenphase. Während der Ölpreis mit der 100-Dollar-Marke pro Barrel flirtet und die Aktienmärkte unter Druck stehen, wächst auch die Nervosität in risikoreichen Segmenten wie Private Credit und Technologiewerten.

Zugleich treten auffällige Signale auf, die laut einigen Analysten auf Übertreibungen am Markt hindeuten könnten und möglicherweise sogar auf einen bevorstehenden wirtschaftlichen Schock.

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Super-Indikator sagt Krise voraus?

Eines dieser Signale ist der sogenannte „Super-Indikator“: auffällige Anzeichen von Euphorie und Selbstvertrauen auf dem Höhepunkt eines Wirtschaftszyklus.

Historisch gab es oft symbolträchtige Momente, die im Nachhinein mit großen Finanzkrisen zusammenfielen. So wurde das ikonische Chrysler Building in New York kurz vor dem Börsencrash von 1929 fertiggestellt, während die Petronas Towers in Malaysia um die Zeit der asiatischen Krise in den 90er Jahren vollendet wurden. Auch die Eröffnung des Burj Khalifa in Dubai fiel nahezu mit der globalen Finanzkrise 2008 zusammen.

Laut Verhaltenswissenschaftlern kann auch Werbeverhalten ein Hinweis auf spekulative Übertreibung sein. Während der Internetblase um 2000 dominierten Dotcom-Unternehmen die Werbespots rund um den Super Bowl, ein Ereignis, das traditionell als Barometer für kommerziellen Ehrgeiz und Marktstimmung gilt.

Im Jahr 2022 folgte die sogenannte „Crypto Bowl“, bei der Kryptounternehmen massiv Werbung schalteten auf dem Höhepunkt des Marktes. Dieses Jahr scheint sich ein ähnliches Muster zu zeigen, allerdings rund um künstliche Intelligenz. Beim letzten Super Bowl waren schätzungsweise 15 Anzeigen AI-Produkten und -Dienstleistungen gewidmet.

Crash nicht unausweichlich

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Crash unausweichlich ist. Beliebtheit und technologischer Fortschritt können ebenfalls legitime Gründe für starke Marketingkampagnen und steigende Bewertungen sein.

Google-Suchanfragen nach KI explodieren. Quelle: Markets AM

Dennoch wächst die Überzeugung, dass Teile des Aktienmarktes Anzeichen von Überhitzung zeigen, besonders da Unternehmen von der enormen Hype um AI-Anwendungen profitieren.

Der Zeitpunkt dieser Signale ist bemerkenswert, da sie mit anderen Spannungen im Finanzsystem zusammenfallen. Steigende Energiepreise, Unsicherheit rund um Private-Credit-Fonds und steigende Zinsen belasten die globale Liquidität.

Falls Anleger beginnen, massiv Risiken zu meiden, könnte dies zu scharfen Korrekturen in den Sektoren führen, die am meisten vom Optimismus über die Zukunft profitierten, wie Technologie und AI.

Auch für Bitcoin ist dies relevant. Historisch gesehen bewegen sich Bitcoin und andere digitale Assets stark mit der globalen Risikobereitschaft. Sollte der AI-Hype in Enttäuschung umschlagen und das Vertrauen in wirtschaftliches Wachstum abnehmen, könnte dies eine Kettenreaktion auslösen, die auch den Kryptosektor erfasst.

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