Der Bitcoin (BTC)-Markt wird zunehmend von großen Unternehmen beeinflusst, die die Münze als Reserve halten. Was bei Michael Saylor’s Strategy begann, hat sich zu einem Trend entwickelt, bei dem Dutzende börsennotierte Unternehmen Milliarden in BTC pumpen. Analysten befürchten jedoch, dass dieser Erfolg auch in eine gefährliche Anfälligkeit umschlagen kann.
Bitcoin-Unternehmen riskieren Dominoeffekt
Zusammen besitzen 150 Unternehmen mit einer Bitcoin-Reserve mittlerweile über fünf Prozent des gesamten Bestands. Der gemeinsame Wert davon liegt bei etwa 111 Milliarden Dollar. Und das könnte erst der Anfang sein.

Dennoch gibt es Risiken bei diesem Hype, so Analyst Charles Edwards in einem ausführlichen Blog. Diese Unternehmen bauen Schulden auf, um auf diese Weise BTC zu kaufen. Das funktioniert solange gut, wie der Kurs weiter steigt.
Aber es droht eine große Gefahr, wenn der Wert von Bitcoin weiter fällt. Dies könnte zu einer Abwärtsspirale führen, bei der auch der Wert der Unternehmen stark unter Druck gerät. Wenn ihr Börsenkurs schließlich unter den Wert ihres Bitcoin-Besitzes fällt, werden Aktienemissionen nicht länger attraktiv. Anschließend könnten Unternehmen gezwungen sein, gerade Bitcoin zu verkaufen, um Schulden zu tilgen, was erneut zusätzlichen Verkaufsdruck verursacht und die negative Spirale verstärkt.
Die ‚Great Depression‘ begann genauso
Das Szenario erinnert laut Edwards an die Investment Trusts der 1920er Jahre. Diese Investmentfonds sammelten Kapital von Investoren und nutzten oft Hebelwirkungen, um zusätzliche Aktien zu kaufen. Die Kurse stiegen rasant und die Trusts wurden populär, aber sie wurden mit hohen Prämien über ihren tatsächlichen Besitz bewertet, ein klassisches Rezept für eine spekulative Blase.
Als der Markt 1929 zu fallen begann, mussten Trusts ihre Positionen liquidieren, um Schulden zu begleichen. Dies führte zu einem Dominoeffekt von Zwangsverkäufen, die den Fall weiter beschleunigten. Es leitete den Beginn der Great Depression ein, eine weltweite wirtschaftliche Krise, die Jahre andauerte.
Was war The Great Depression?
Die Große Depression begann 1929 und entwickelte sich zur schwersten wirtschaftlichen Krise des zwanzigsten Jahrhunderts. Nicht nur die Aktienmärkte brachen ein, auch die Arbeitslosigkeit stieg weltweit auf Rekordhöhen. In den Vereinigten Staaten war 1933 ein Viertel der Erwerbsbevölkerung ohne Arbeit. Bauern gingen massenhaft bankrott, der internationale Handel kam zum Erliegen und die Krise führte in vielen Ländern zu politischer Instabilität. Erst mit dem Anlauf zum Zweiten Weltkrieg erholte sich die Weltwirtschaft vollständig.
Bei Bitcoin begann die Geschichte viel später, mit MicroStrategy. Das Unternehmen firmiert heute als Strategy und hat sogar das Bitcoin-Icon in sein Logo aufgenommen. Unter der Leitung von Michael Saylor änderte es ab 2020 radikal seinen Kurs. Die Softwareaktivitäten traten in den Hintergrund, während der Fokus vollständig auf einer Mission lag: so viel Bitcoin wie möglich zu sammeln.
Vom Softwareunternehmen zum Bitcoin-Giganten
Die Strategie erwies sich als Volltreffer. Strategy besitzt derzeit 632.457 BTC. Bei einem aktuellen Kurs von 110.300 Dollar entspricht das einem Wert von fast 69,7 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 73.527 Dollar pro Bitcoin, was bedeutet, dass das Unternehmen einen Papiergewinn von etwa 23 Milliarden Dollar erzielt hat. Auch die Aktie von Strategy profitierte stark. Seit dem Start dieser Strategie stieg der Kurs um mehr als 2.500 Prozent. Damit schnitt es sogar besser ab als Nvidia.

Die unerschütterliche Überzeugung von Saylor wirkte ansteckend und inspirierte zahlreiche andere Unternehmen zum Nachahmen. Dennoch bleibt Strategy durch seinen ‘First Mover Advantage’ unangefochten der Spitzenreiter.
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