Bitcoin-Miner verkaufen in hohem Tempo ihre Bestände. Cango veräußerte im März 2.000 Bitcoin (BTC), um Schulden zu tilgen. Doch das Unternehmen steht damit nicht allein da. Riot Platforms verkaufte im ersten Quartal 3.778 BTC und MARA veräußerte sogar 15.133 BTC für über 1 Milliarde Dollar.
Die Branche befindet sich in einer Übergangsphase, in der steigende Kosten, Schuldendruck und wachsende Konkurrenz durch KI-Miner zu einschneidenden Entscheidungen zwingen.
Cango halbiert Schulden und senkt Kosten
Nach dem Verkauf von 2.000 BTC besitzt Cango noch 1.025 Bitcoin. Der Erlös wurde zur Rückzahlung von Schulden verwendet, die mit Bitcoin als Sicherheit aufgenommen worden waren. Die verbleibende Schuldenlast sank auf 30,6 Millionen Dollar.
Gleichzeitig hat das Unternehmen frisches Kapital aufgenommen. Das Management investierte gemeinsam 65 Millionen Dollar, zudem gewährte DL Holdings eine Wandelanleihe in Höhe von 10 Millionen Dollar ein. Diese Kombination soll Cango widerstandsfähiger gegenüber Kursschwankungen machen.
Operativ machte das Unternehmen Fortschritte. Die durchschnittlichen Kosten, um einen Bitcoin zu minen, sanken im März auf 68.215 Dollar, ein Rückgang von über 19 Prozent im Vergleich zum vorherigen Quartal. Dies gelang durch das Abschalten weniger effizienter Geräte und das Leasing von Rechenkapazität in kostengünstigeren Regionen.
Riot und MARA verkaufen noch mehr
Cango ist nicht der größte Verkäufer. Riot Platforms verkaufte im ersten Quartal 3.778 BTC für rund 289,5 Millionen Dollar, mehr als das 2,5-fache der eigenen Produktion. Der Bestand sank um 18 Prozent auf 15.680 BTC.
MARA ging noch weiter. Das Unternehmen verkaufte im März 15.133 BTC für etwa 1,1 Milliarden Dollar und nutzte den Erlös, um mehr als 1 Milliarde Dollar Schulden abzuzahlen. Anfang April verlegte MARA erneut 250 BTC, was darauf hindeutet, dass der Verkaufstrend anhält.
KI zwingt Miner zur Umstrukturierung
Die Verkäufe stehen im Zusammenhang mit einem strukturellen Wandel in der Branche. Rechenzentren werden zunehmend für KI-Anwendungen genutzt, was den Wettbewerb um Flächen und Energie verschärft. Bitcoin-Miner sind gezwungen, ihre Strategie anzupassen oder neue Einnahmequellen zu erschließen.
Diese Transformation ist bereits im Gange. Analysten erwarten, dass bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent der Einnahmen der Miner aus KI-bezogenen Aktivitäten stammen könnten. Derzeit liegt dieser Anteil noch bei etwa 30 Prozent.
Verkaufsdruck als strukturelles Risiko
Für den Bitcoin-Kurs ist der massive Verkauf durch Miner ein Faktor, der zu berücksichtigen gilt. Miner, die monatlich Tausende von BTC auf den Markt werfen, erzeugen zusätzliches Angebot zu einem Zeitpunkt, in der der Kurs ohnehin schon durch geopolitische Unsicherheiten und hohe Energiepreise unter Druck steht.
Gleichzeitig könnte der Schuldenabbau langfristig positive Auswirkungen haben. Miner mit solideren Bilanzen sind weniger anfällig für Kursrückgänge und müssen in zukünftigen Schwächephasen weniger veräußern. Der Leidensdruck von heute kann die Stabilität von morgen werden.
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