Der Bitcoin (BTC) Kurs hat in den letzten Tagen eine deutliche Erholung gezeigt. Gestern Abend erreichte die größte Kryptowährung der Welt ein Niveau von etwa 74.000 Dollar, der höchste Stand seit vier Wochen. Seit dem lokalen Tiefpunkt von 61.000 Dollar Anfang Februar ist der Kurs damit um fast 20 Prozent gestiegen.
Trotzdem bleibt die Euphorie am Markt verhalten. Verschiedene Signale aus dem Derivatemarkt und On-Chain-Daten zeigen, dass viele Anleger weiterhin vorsichtig sind.
Trader sichern sich weiterhin ab
Auf dem Optionsmarkt ist zu beobachten, dass Trader sich nach wie vor gegen mögliche Rückgänge absichern. Put-Optionen, die von einem niedrigeren Kurs profitieren, werden derzeit mit einem Aufschlag von etwa 10 Prozent im Vergleich zu Call-Optionen gehandelt.
In einem neutralen Markt liegt dieser Unterschied normalerweise zwischen minus 6 und plus 6 Prozent. Dass Trader bereit sind, mehr für den Schutz gegen einen Rückgang zu zahlen, zeigt, dass das Vertrauen noch nicht vollständig zurückgekehrt ist.
Auch auf dem Futuresmarkt ist das Vertrauen noch begrenzt. Die sogenannte Basisrate, ein Maß für den Unterschied zwischen Spot- und Futurespreisen, liegt derzeit unter der neutralen Grenze von 5 Prozent. Das deutet darauf hin, dass große Akteure noch keine starke bullishe Position einnehmen.
Viele Anleger stehen noch im Verlust
Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung ist, dass ein großer Teil der Bitcoins immer noch im Verlust steht. Laut Daten des Analyseunternehmens Glassnode befinden sich derzeit etwa 43 Prozent aller im Umlauf befindlichen Bitcoins unter ihrem Ankaufspreis.

Ende Januar lag dieser Prozentsatz noch bei etwa 30 Prozent, als der Bitcoin Kurs in der Nähe von 90.000 Dollar lag. Steigt der Kurs, besteht das Risiko, dass Anleger, die zuvor Verluste erlitten haben, ihre Position verkaufen, sobald sie wieder ihren Ankaufspreis erreichen.
Bitcoin-Miner unter Druck
Zugleich steht auch der Miningsektor unter Druck. Durch steigende Energiekosten und die schnell wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für KI-Anwendungen sind die Margen für viele Bitcoin-Miner erheblich gesunken.
Der sogenannte Hashprice Index, der zeigt, wie viel Einnahmen Miner im Durchschnitt pro Terahash an Rechenleistung erzielen, ist auf etwa 30 Dollar pro Tag gesunken. Vor drei Monaten lag dieser Wert noch bei rund 39 Dollar.

Deshalb entscheiden sich einige Miningunternehmen, häufiger Bitcoin zu verkaufen und sich verstärkt auf KI-Rechenleistung und High Performance Computing zu konzentrieren.
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