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Der Bitcoin-Kurs liegt bei 75.800 Dollar und stieg heute um 1,3 Prozent. Oberflächlich betrachtet wirkt alles ruhig, doch im Hintergrund braut sich etwas Großes zusammen. Die Funding Rates auf dem Markt für Perpetual Futures sind so tief negativ wie seit 2023 nicht mehr. Dies könnte ein Szenario eröffnen, in dem der Kurs innerhalb von zwei Monaten auf 125.000 Dollar explodiert.
Die Marktpositionierung spricht aktuell klar gegen den Bitcoin-Kurs. Dies zeigt sich an den Funding Rates, einem wichtigen Indikator auf dem Futuresmarkt.
Funding Rates sind Gebühren, die Händler zahlen, um den Preis von Futures-Kontrakten mit dem Spotpreis in Einklang zu halten. Werden diese negativ, zahlen Short-Positionen an Long-Positionen. Dies geschieht nur, wenn ein großer Teil des Marktes auf einen Rückgang setzt.
Und genau das ist derzeit der Fall.
Daniel Reis-Faria, CEO von ZeroStack, interpretiert diese Zahlen eindeutig. Wenn der Bitcoin-Kurs trotz der vielen Short-Positionen weiter steigt, geraten viele dieser Positionen unter Druck.
Sobald der Kurs weiter steigt, müssen Short-Positionen zwangsweise geschlossen werden. Trader müssen dann Bitcoin zurückkaufen, um ihre Positionen abzusichern. Dies erzeugt zusätzlichen Kaufdruck und könnte den Anstieg beschleunigen.
Dieser Prozess ist als Short Squeeze bekannt und kann eine Kettenreaktion auslösen. Je höher der Kurs steigt, desto mehr Short-Positionen werden ausgepresst.
Reis-Faria sieht daher Raum für eine schnelle Aufwärtsbewegung. Er nennt ein Kursziel von 125.000 Dollar innerhalb von 30 bis 60 Tagen. Der Kaufdruck von großen Unternehmen und institutionellen Akteuren könnte seiner Meinung nach stark genug sein, um die Short-Positionen aus dem Markt zu drängen.
Das positive Sentiment wird durch Entwicklungen auf den traditionellen Märkten verstärkt. Der MSCI All Country World Index erreichte ein Rekordhoch. Auch der S&P 500 schloss auf einem Allzeithoch. Gleichzeitig sank der Ölpreis, nachdem Trumps Äußerungen Hoffnung auf ein Abkommen mit dem Iran boten.
Auch wenn dies noch nicht sicher ist, scheint der Markt bereits auf eine Deeskalation zu setzen. Ein großer Teil der geopolitischen Risikoprämie ist mittlerweile aus den Preisen verschwunden.
Trotzdem sind nicht alle von einer bevorstehenden Rally überzeugt. On-Chain-Analyst CryptoVizArt verweist auf den True Market Mean, den geschätzten durchschnittlichen Einstandspreis aktiver Anleger. Dieser liegt derzeit über dem Bitcoin-Kurs.
Das bedeutet, dass viele aktive Anleger weiterhin Verluste verzeichnen. In früheren Zyklen korrelierten längere Phasen unter diesem Niveau mit schwachen Marktphasen.
So dauerte der Bärenmarkt von 2018 bis 2019 über 280 Tage. Die Phase nach den Einbrüchen von Luna und FTX hielt sogar fast 340 Tage an. In beiden Fällen gingen damit erhebliche Kursverluste einher.
Trotzdem schließen sich beide Szenarien nicht aus. Ein Short Squeeze könnte den Kurs kurzfristig schnell nach oben treiben, während Anleger, die endlich ihre Verluste ausgleichen, Gewinne mitnehmen.
Ob Bitcoin tatsächlich in Richtung 125.000 Dollar vorstößt, hängt wahrscheinlich vom breiteren Marktsentiment ab. Vor allem die geopolitischen Entwicklungen rund um den Iran könnten entscheidend sein.
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