Bitcoin (BTC) hat sich nach einem scharfen Einbruch zum Ende der vergangenen Woche vorsichtig erholt. Laut Marktbeobachtern wird die kommende Phase jedoch entscheidend für den weiteren Kursverlauf. Während Trader ausloten, ob wieder Ruhe einkehrt, stellt sich die Frage, ob die jüngste Erholung tatsächlich den Beginn einer nachhaltigen Trendwende markiert.
Bitcoin fällt auf tiefsten Stand seit April
Der Bitcoin Kurs sackte am Freitag bis auf rund 80.600 Dollar ab und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Mitte April. Vom Hoch Anfang Oktober bei deutlich über 126.000 Dollar summierte sich der Rückgang damit auf 36 Prozent. Die Erholung setzte allerdings rasch ein. Analysten verweisen dabei vor allem auf den nachlassenden Verkaufsdruck und die veränderten Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).
Charles Edwards vom Capriole Fund erklärte auf X, dass Tech-Aktien und Krypto in den vergangenen zwei Wochen unter den „schwankenden Markterwartungen an eine mögliche Zinssenkung“ gelitten hätten. Seiner Einschätzung nach könnte die Stimmung in den kommenden Tagen wieder die Richtung vorgeben.
Auch Swissblock wertet die jüngste Bewegung als ersten Schritt in Richtung einer möglichen Bodenbildung. „Das Risk Off Signal fällt stark und zeigt uns, dass der Verkaufsdruck nachgelassen hat und der schlimmste Moment der Marktpanik vorerst hinter uns liegt.“
Die Analysten warnen jedoch, dass häufig eine zweite, schwächere Verkaufswelle folgt. Gerade dieser Moment gilt ihrer Ansicht nach oft als verlässlicher Hinweis darauf, dass die Verkäufer erschöpft sind und die Käufer wieder das Ruder übernehmen.

Wahrscheinlichkeit für Zinssenkung steigt auf fast 70 Prozent
Der Fokus richtet sich inzwischen auf die US-Notenbank. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Dezember war in der vergangenen Woche auf 30 Prozent gefallen, ist inzwischen aber wieder auf knapp 70 Prozent gestiegen.
Das CME Fed Watch Tool signalisiert aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 69,5 Prozent für eine Senkung um ein Viertelprozentpunkt bei der Sitzung am 10. Dezember. Die übrigen 30,5 Prozent rechnen damit, dass der Leitzins unverändert bleibt.
In den sozialen Medien ist zudem von möglichen zusätzlichen Maßnahmen der Fed die Rede. Laut Marktanalyst Sykodelic ist es nicht ausgeschlossen, dass die Notenbank „etwas im Bereich Reserves Management ankündigt“, was seiner Ansicht nach auf eine Ausweitung der Liquidität hinausläuft – also auf mehr Geld, das kurzfristig in die Wirtschaft fließen kann. Er sagt, die Fed müsse früher oder später eingreifen, „sonst gehen sie pleite“.
Für Krypto-Anleger ist vor allem wichtig, dass Phasen mit reichlich verfügbarer Liquidität in der Vergangenheit häufig mit kräftigen Kursanstiegen einhergingen. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob der Markt erneut zu einer längeren Aufwärtsbewegung ansetzt – oder ob vorher noch ein weiterer Rücksetzer folgt.
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