Er wird „Bitcoin Jesus“ genannt – ein Spitzname, der für seinen frühen Glauben an die Digitalwährung steht. Jetzt, fast vierzehn Jahre nach seinen ersten Berührungen mit Bitcoin (BTC), ist der Krypto-Pionier in einen Steuerfall verwickelt und steht kurz davor, eine Einigung mit der Justiz zu erzielen.
Roger Ver muss Millionen im Steuerfall zahlen
Roger Ver, einer der ersten Investoren in Bitcoin, hat eine vorläufige Einigung mit dem US-Justizministerium erzielt, wie aus offiziellen Dokumenten hervorgeht. Die Vereinbarung folgt auf Vorwürfe der Steuerhinterziehung; den Behörden zufolge versäumte es Ver, mehr als 48 Millionen US-Dollar an Steuern auf seine Krypto-Vermögen zu zahlen.
Wer ist Roger Ver?
Roger Ver gehört zu den bekanntesten Figuren der frühen Bitcoin-Szene. Er war ein bekennender Libertärer und sah in Bitcoin ein Mittel, Menschen von Zentralbanken und Regierungen zu emanzipieren. Seine ideologische Überzeugung brachte ihm den Spitznamen „Bitcoin Jesus“ ein.
Die Einigung ist Teil eines sogenannten Deferred Prosecution Agreements. Das bedeutet, dass Ver den gesamten Betrag an den Staat zahlt. Hält er anschließend alle Auflagen ein, können die strafrechtlichen Anklagen fallengelassen werden.
Zehntausende Bitcoin verschwiegen
Im Kern geht es um Zehntausende Bitcoin, die Ver über Unternehmen unter seiner Kontrolle hielt. Laut Justiz verschwieg er 2014 bei der Aufgabe seiner US-Staatsbürgerschaft bewusst den Wert dieser Bestände, um seine Steuerlast zu drücken.
Der mutmaßliche Steuerbetrug geht auf das Jahr 2014 zurück, als Roger Ver seinen US-Pass abgab. Wer die US-Staatsbürgerschaft aufgibt, muss eine sogenannte Exit Tax zahlen. Diese Abgabe soll verhindern, dass vermögende US-Bürger auswandern, ohne ihren steuerlichen Pflichten nachzukommen. Im Fall Ver behauptet die Justiz, er habe bei dieser Endabrechnung Dutzende Millionen an Gewinnen aus Bitcoin und verbundenen Unternehmen verheimlicht.
2024 wurde er in Spanien festgenommen und an die Vereinigten Staaten ausgeliefert, wo er nun eine Einigung anstrebt, statt ein langwieriges Verfahren abzuwarten.
Ver engagierte Trump-Vertraute
Laut Berichten der New York Times soll Ver versucht haben, Einfluss auf den Ausgang seines Falls zu nehmen. So zahlte er 600.000 US-Dollar an den früheren Trump-Berater Roger Stone, um gegen die Steuerregeln zu lobbyieren. Zudem engagierte er juristische Schwergewichte, darunter David Schoen und Christopher Kise, die zuvor Trump in anderen Bundesverfahren verteidigt hatten.
Trotz der gewaltigen Summe, die Roger Ver zahlen muss, hat er wenig Grund zur Klage. Dank seiner frühen Bitcoin-Investments konnte er ein riesiges Vermögen aufbauen. 2011 pendelte der BTC-Kurs zwischen 30 Cent und 26 US-Dollar. Mittlerweile hat Bitcoin ein Allzeithoch von 126.000 US-Dollar erreicht – ein astronomischer Anstieg von rund 42 Millionen Prozent.
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