Der Bitcoin-Kurs geriet in den letzten Stunden stark unter Druck und fiel kurzzeitig sogar unter die Marke von 70.000 Dollar. Neue On-Chain-Daten lassen jedoch vermuten, dass das langfristige Bild möglicherweise weniger negativ ist als die kurzfristige Kursbewegung vermuten lässt.

Laut einer Analyse des Blockchain-Plattform Santiment befindet sich ein wichtiger Indikator, die sogenannte 365-Tage-MVRV-Ratio, derzeit tief in einer Zone, die historisch oft als chancenreich für langfristige Investoren angesehen wird.
Was ist die MVRV-Ratio?
Die MVRV-Ratio vergleicht zwei wesentliche Größen:
- Market Value (Marktwert): der Gesamtwert aller Bitcoin basierend auf dem aktuellen Kurs
- Realized Value (realisierter Wert): der Preis, zu dem Coins zuletzt auf der Blockchain bewegt wurden
Durch diesen Vergleich ergibt sich ein Bild des durchschnittlichen Gewinn- oder Verlustniveaus der Investoren.
- Liegt die Ratio über 1, sind Investoren durchschnittlich im Gewinn.
- Liegt die Ratio unter 1, dominieren nicht realisierte Verluste.
Kurzfristige Anleger noch im Plus
Die Daten zeigen, dass jüngste Käufer, die Bitcoin etwa einen Monat halten, immer noch leicht im Gewinn liegen. Ihre MVRV-Wert liegt bei etwa +7 Prozent, was bedeutet, dass sie theoretisch geneigt sein könnten, Gewinne mitzunehmen.

Das könnte eine Erklärung für den jüngsten Kursdruck und den schnellen Rückgang in Richtung 70.000 Dollar sein.
Langfristige Halter in ‚Opportunity Zone‘
Für Investoren, die Bitcoin schon etwa ein Jahr halten, sieht das Bild anders aus. Ihre MVRV-Ratio liegt derzeit bei etwa -22 Prozent, was bedeutet, dass sie im Durchschnitt noch deutlich im Minus sind.
Historisch gesehen befindet sich der Markt in einer solchen Zone oft näher an einem Tiefpunkt als an einem Hoch. Wenn ein großer Teil der Investoren mit einer längeren Zeithorizont Verluste erleidet, nimmt der Verkaufsdruck in der Regel ab, und es entsteht Raum für eine Erholung auf längere Sicht.
Was bedeutet das für die kommenden Monate?
Die Kombination aus einem starken Rückgang des Bitcoin-Kurses auf kurze Sicht und relativ schwachen Renditen auf lange Sicht zeichnet ein typisches Bild einer Markt-Konsolidierungsphase.
- Auf kurze Sicht kann die Volatilität aufgrund von Gewinnmitnahmen und makroökonomischer Unsicherheit hoch bleiben.
- Auf lange Sicht kann die Tatsache, dass viele Hodler Verluste erleiden, eine Basis für einen neuen Aufwärtstrend bilden.
Ob dieses Szenario eintritt, hängt stark von Faktoren wie Liquidität, Geldpolitik und geopolitischen Entwicklungen ab. Gerade der Iran-Krieg spielt hier eine wichtige Rolle. Er muss schnell enden, um Bitcoin Luft zu verschaffen.
Für den Moment zeigt der MVRV-Indikator jedoch, dass der jüngste Rückgang nicht automatisch bedeutet, dass die generelle optimistische Perspektive zu Bitcoin verloren gegangen ist.
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