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Die US-amerikanischen Bitcoin-ETFs verzeichneten in dieser Woche die höchsten Abflüsse seit ihrem Start. Anleger zogen insgesamt 1,79 Milliarden Dollar aus den Fonds ab. Bei XRP zeigte sich dagegen ein völlig anderes Bild: Die US-amerikanischen XRP-ETFs sammelten bis einschließlich 26. Juni fast 23 Millionen Dollar an frischem Kapital ein – der stärkste Wochenzufluss der vergangenen sechs Wochen.

Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil die Zuflüsse in eine Phase fallen, in der der Kryptomarkt stark unter Druck steht und auch der XRP-Kurs deutlich nachgegeben hat.

XRP trotzt dem Trend

Der Gegensatz zu Bitcoin könnte kaum größer sein.

Während Anleger in großem Stil Geld aus Bitcoin-ETFs abzogen, floss den XRP-Fonds weiter frisches Kapital zu. In absoluten Zahlen wirken 23 Millionen Dollar im Vergleich zu den Milliardenabflüssen bei Bitcoin zwar überschaubar. Die Richtung der Kapitalströme sendet jedoch ein anderes Signal.

Üblicherweise werden bei einer breiten Korrektur nahezu alle Kryptowährungen gleichzeitig verkauft. Dass Anleger ausgerechnet jetzt weiter in XRP-ETFs investieren, deutet darauf hin, dass ein Teil des Marktes an den Perspektiven von Ripple und XRP festhält.

Seit ihrer Einführung im November 2025 haben die XRP-ETFs inzwischen Nettozuflüsse von rund 1,44 Milliarden Dollar verzeichnet.

Warum fließt Geld aus Bitcoin ab?

Die Rekordabflüsse aus den Bitcoin-ETFs kommen nicht aus dem Nichts. Der Kryptomarkt steht seit Wochen unter Druck: Ein starker US-Dollar, die restriktive Geldpolitik der Federal Reserve und eine sinkende Risikobereitschaft der Anleger belasten die Kurse.

Hinzu kommt die Unsicherheit um Strategy. Das Unternehmen von Michael Saylor, der weltweit größte Bitcoin-Halter unter den Unternehmen, hat Schwierigkeiten, über seine Finanzierungsstruktur frisches Kapital für weitere Bitcoin-Käufe aufzunehmen. Anleger fürchten daher, dass einer der größten BTC-Käufer vorerst weniger aktiv sein könnte.

Diese Kombination hat die Stimmung rund um Bitcoin deutlich verschlechtert und zu den stärksten ETF-Abflüssen seit dem Start der Produkte beigetragen.

Warum setzen Anleger ausgerechnet auf XRP?

Warum fließt also gerade Geld in XRP?

Eine mögliche Erklärung ist, dass institutionelle Anleger Ripple und die Rolle des Unternehmens im internationalen Zahlungsverkehr zunehmend positiver einschätzen. Ripple schließt weiter neue Kooperationen und baut seine Infrastruktur für grenzüberschreitende Zahlungen aus.

Einige Anleger scheinen die jüngste Kursschwäche deshalb gezielt zum Aufbau von Positionen zu nutzen. Die ETF-Zuflüsse deuten darauf hin, dass ein Teil des Marktes über die aktuelle Unruhe hinausblickt und auf die langfristige Entwicklung von Ripple setzt.

Beim XRP-Kurs kommt davon bislang wenig an

In einem höheren XRP-Kurs schlägt sich der Kapitalzufluss bislang dennoch nicht nieder.

Wie der gesamte Kryptomarkt steht auch XRP wegen des ungünstigen makroökonomischen Umfelds unter Druck. Die Nachfrage über die ETFs reicht derzeit schlicht nicht aus, um den breiten Verkaufsdruck aufzufangen.

Analysten werten die anhaltenden Zuflüsse dennoch als positives Signal. Das Kapital, das in Richtung der XRP-ETFs fließt, könnte dem Kurs eine gewisse Unterstützung geben. Sobald sich die Stimmung am Kryptomarkt verbessert und der makroökonomische Gegenwind nachlässt, kann diese aufgebaute Nachfrage zu einer wichtigen Grundlage für eine kräftigere Erholung werden.

Vorerst sticht vor allem eine Entwicklung heraus: Während Anleger Bitcoin in großem Stil den Rücken kehren, fließt weiter Geld in Richtung XRP. Diese Verschiebung dürfte in den kommenden Wochen genau beobachtet werden.

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