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Der jüngste Rückgang von Bitcoin (BTC) scheint mit einer massiven Verkaufsorder im Bitcoin-ETF von BlackRock zusammenzufallen. Analysten zufolge verkaufte eine unbekannte Partei am Dienstag Anteile im Wert von rund 1,3 Milliarden US-Dollar an der iShares Bitcoin Trust ETF, bekannt als IBIT.
Es handelte sich um 29,2 Millionen Anteile, die um 14:30 UTC über einen sogenannten Dark Pool verkauft wurden. Dabei handelt es sich um eine private Handelsplattform, auf der große institutionelle Akteure umfangreiche Transaktionen abwickeln können, ohne diese direkt am öffentlichen Markt zu platzieren.
Dennoch war die Auswirkung schnell spürbar. Kurz nach dem Verkauf fiel der Bitcoin in etwa zehn Minuten von 77.875 US-Dollar auf 76.720 US-Dollar. Später sank der Kurs weiter in Richtung 75.600 US-Dollar.
Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Digital, bezeichnete die Transaktion als die größte Dark-Pool-Order, die er in diesem Kontext je gesehen hat. Auch Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas erklärte, dass die Verkaufsorder mehr als 22-mal größer war als die zweitgrößte IBIT-Verkaufsorder des gleichen Tages.
Dies macht die Bewegung bemerkenswert. Bitcoin wird oft als Markt betrachtet, der unabhängig von Wall Street operiert, doch seit der Einführung von US-Spot-ETFs läuft ein immer größerer Teil des institutionellen Handels über traditionelle Finanzprodukte.
Der Verkauf steht nicht isoliert. Die amerikanischen Bitcoin-ETFs verzeichneten mittlerweile acht Handelstage in Folge Nettoabflüsse. Allein am Dienstag flossen 333,6 Millionen US-Dollar aus den Fonds ab, davon 192,4 Millionen US-Dollar aus IBIT.
Seit dem 14. Mai sind mehr als 2 Milliarden US-Dollar aus den amerikanischen Bitcoin-ETFs abgezogen worden. Dies deutet auf eine nachlassende institutionelle Nachfrage hin oder zumindest auf Akteure, die ihre Bitcoin-Beteiligung vorübergehend verringern.
Auch andere Indikatoren passen in dieses Bild. Jane Street soll ihre Bitcoin-ETF-Positionen im ersten Quartal um etwa 70 Prozent reduziert haben. Goldman Sachs senkte seine Position um etwa 10 Prozent.
Die ETFs waren zuvor eine wichtige Stütze für Bitcoin. Bei Zuflüssen mussten Fonds Bitcoin-Exposure aufbauen, wodurch eine strukturelle Nachfrage entstand. Nun geschieht das Gegenteil.
ETF-Abflüsse bedeuten, dass Fonds ihre Exposure reduzieren. Das kann zusätzliches Angebot schaffen, während die Spotnachfrage bereits schwach ist. Damit verwandeln sich die ETFs vorübergehend von einem Antrieb in Gegenwind.
Eine Dark-Pool-Transaktion mag die direkte Marktwirkung begrenzen, beseitigt diese jedoch nicht. Market Maker und andere Akteure müssen letztlich das Gleichgewicht zwischen ETF-Anteilen und der zugrunde liegenden Bitcoin-Exposition wiederherstellen. Diese Anpassungen können durch Hedging, Arbitrage sowie Spot- oder Futuresmärkte weiterhin Druck auf den Kurs ausüben.
Der Bitcoin-Kurs kämpft weiterhin damit, oberhalb von 78.000 bis 82.000 US-Dollar Momentum zu finden. Der Rückgang in Richtung 75.600 US-Dollar bestätigt, dass Käufer vorerst nicht stark genug sind, um diese Zone zurückzuerobern.
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