Anleger in amerikanischen Spot Bitcoin ETFs sehen sich mit erheblichen Buchverlusten konfrontiert. Dennoch ist keine Panik zu beobachten. Während der Bitcoin Kurs seit vier Monaten fällt und viele Anleger tief in den roten Zahlen stehen, bleiben auffallend viele Investoren gelassen.
Buchverlust von 11 Milliarden Dollar bei Anlegern
Seit der Einführung der Spot Bitcoin ETFs im Januar 2024 verzeichneten diese Fonds enorme Zuflüsse. Auf dem Höhepunkt lag der Nettozufluss bei rund 62,11 Milliarden Dollar. Inzwischen hat sich dieser auf etwa 54,5 Milliarden Dollar reduziert.
Laut ETF-Analyst James Seyffart von Bloomberg „halten sich die ETFs erstaunlich gut“. Er betont, dass die aktuellen Mittelabflüsse im Verhältnis zu den zuvor eingegangenen Mitteln gering sind. Seiner Meinung nach stehen die Anleger sogar vor ihren größten Buchverlusten seit der Einführung der Fonds.
Der Bitcoin Kurs ist in den letzten dreißig Tagen um 24 Prozent gefallen und notiert bei etwa 70.600 Dollar. Damit liegen viele ETF-Investoren unter ihrem durchschnittlichen Kaufpreis.
Investmentforscher Jim Bianco schreibt auf X, dass der durchschnittliche Halter eines Spot Bitcoin ETF jetzt 24 Prozent im Minus steht und dennoch festhält. Insgesamt ergibt sich daraus ein Buchverlust von fast 11 Milliarden Dollar.
Bloomberg-Analyst kritisiert Bitcoin-Anleger als kurzsichtig
Analysten finden dieses Verhalten bemerkenswert in einem Markt, in dem Investoren oft schnell bei starken Verlusten aussteigen. Kryptoanalyst Rand bemerkt, dass dies das erste Mal ist, dass es drei Monate hintereinander Abflüsse aus diesen Fonds gibt.
Dennoch sind einige Analysten der Meinung, dass sich Anleger zu sehr auf kurzfristige Entwicklungen konzentrieren. Bloomberg ETF-Analyst Eric Balchunas schrieb zuvor, dass Bitcoin-Anleger „sehr kurzsichtig“ seien. Er hebt hervor, dass Bitcoin seit 2022 um mehr als 400 Prozent gestiegen ist, während Gold bei 177 Prozent und Silber bei 350 Prozent liegt.
„Mit anderen Worten, Bitcoin hat 2023 und 2024 alles so stark übertroffen, dass andere Vermögenswerte selbst in ihrem besten Jahr nicht aufgeholt haben, während Bitcoin nun zu stagnieren scheint“, so Balchunas.
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