Die Warnungen sind schon seit Jahren zu hören: Quantumcomputer stellen eine Bedrohung für das Bitcoin (BTC) Netzwerk dar. Doch jetzt schlägt ein bekannter Entwickler Alarm. Laut ihm ist das Risiko viel näher als gedacht, und es ist dringend Handeln erforderlich.
‘Wir haben weniger Zeit als gedacht’
Der anonyme Bitcoin-Entwickler Hunter Beast warnt auf X, dass die Zeit knapp wird. „Ich glaube nicht, dass wir noch so viel Zeit haben, wie ich zuerst dachte“, schreibt er. Beast fordert sofortiges Handeln und präsentiert dafür einen Vorschlag: Bitcoin Improvement Proposal (BIP) 360, um das Netzwerk gegen Quantumangriffe widerstandsfähig zu machen.
Laut Beast ist dies keine Panikmache, sondern eine notwendige Realitätsprüfung. „Wir müssen einfach härter arbeiten.“ Seine größte Sorge: dass Bitcoin möglicherweise innerhalb von drei Jahren anfällig für Quantumtechnologie wird.
Wie Quantumcomputer eine Bedrohung für Bitcoin darstellen
Quantumcomputer arbeiten auf der Basis von Qubits statt der klassischen Bits. Durch das Phänomen Superposition können Qubits mehrere Zustände gleichzeitig annehmen. Dadurch sind sie in der Lage, extrem komplexe Berechnungen auszuführen – viel schneller als traditionelle Computer.
Dies stellt ein Risiko für Bitcoin dar, das derzeit das Elliptic Curve Digital Signature Algorithm (ECDSA) verwendet, um Transaktionen zu sichern. Diese Kryptografie sorgt dafür, dass ein öffentlicher Schlüssel nicht einfach zu einem privaten Schlüssel zurückverfolgt werden kann. Mit Quantumtechnologie könnte das in der Zukunft jedoch möglich werden.
Alte Wallets und verlorene Bitcoin möglicherweise Ziel
Die größte Schwachstelle befindet sich in alten Wallets. Diese enthalten oft öffentliche Schlüssel, die bereits auf der Blockchain sichtbar sind und nie auf modernere Standards aktualisiert wurden. Forscher schätzen, dass weltweit etwa 4 Millionen BTC für immer verloren gegangen sind – das sind ungefähr 20 Prozent der maximalen Vorratsmenge von 21 Millionen Münzen.
Bei dem aktuellen Preis von 110.000 Dollar repräsentiert das einen Wert von ungefähr 440 Milliarden Dollar. Sollte ein Quantendurchbruch diese Münzen zugänglich machen, könnte das den Markt erheblich erschüttern.
El Salvador ergreift Maßnahmen gegen die Quantumbedrohung
Bis vor kurzem dachten viele Experten, dass Quantumcomputer erst in einigen Jahrzehnten eine ernsthafte Bedrohung darstellen würden. Doch immer mehr Parteien ergreifen jetzt doch Vorsichtsmaßnahmen.
So hat El Salvador, das als erstes Land weltweit Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel adoptierte, seine nationale BTC-Reserve von 6.283 Münzen auf vierzehn separate Wallets verteilt. Durch diese Streuung und die Nutzung unbenutzter Adressen hofft das Land, sich besser gegen zukünftige Angriffe zu schützen.
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