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Binance will viel mehr sein als nur eine Kryptobörse. Die größte Handelsplattform für digitale Währungen ermöglicht es Kunden außerhalb der Vereinigten Staaten ab heute, mit Tausenden von US-Aktien zu handeln. Und sie ist nicht die erste Kryptobörse, die auf traditionelle Märkte ausweicht.
Binance gab heute den Startschuss für das Angebot von mehr als 7.000 US-Aktien und ETFs in seiner App. Letztere sind Fonds, die einen gesamten Korb von Aktien auf einmal abbilden.
Es handelt sich um echte Aktien, keine digitalen Kopien. Der Broker Nest Trading übernimmt die Käufe, während das New Yorker Unternehmen Alpaca die Aktien verwahrt und Dividenden ausschüttet.
Der Handel erfolgt provisionsfrei. Um einzusteigen, sind lediglich 5 Dollar (etwa 4,40 Euro) erforderlich, da Kunden auch Bruchstückhandel betreiben können.
Die Abrechnung erfolgt jedoch in Kryptowährungen wie USDC, USDT und BNB. Co-CEO Richard Teng verweist auf eine große Marktlücke. US-Aktien machen seiner Meinung nach mehr als die Hälfte des weltweiten Börsenwerts aus, sind jedoch für viele ausländische Investoren teuer und schwer zugänglich.
Wer möchte, kann seine Aktien bald auch digitalisieren. Mit der kommenden Funktion bStocks wandeln Nutzer ihre echten Aktien in Token auf der BNB Chain um, der eigenen Blockchain von Binance.
Tokenisierung bedeutet, dass der Besitz als handelbarer Kryptotoken auf einer Blockchain erscheint. Die Aktie selbst bleibt bei der Verwahrstelle, der Token ist die digitale Darstellung davon.
Der Vorteil ist die Geschwindigkeit. Eine gewöhnliche Aktientransaktion dauert schnell einen Tag, während die Abwicklung mit Tokens nahezu sofort erfolgt.
Die Tokens sind auch im DeFi-Bereich, der Welt der Finanzdienstleistungen ohne Banken, nutzbar, beispielsweise zum Verleihen. bStocks wird in den kommenden Wochen live gehen, jedoch wartet die Funktion noch auf grünes Licht von einer Aufsichtsbehörde.
Binance ist spät dran. Verschiedene Kryptobörsen haben bereits in letzter Zeit reguläre Aktien in ihre App aufgenommen.
Kraken ging am weitesten und stellte bereits im April 2025 11.000 US-Aktien ohne Kommission online. Coinbase folgte im Dezember mit Aktien und ETFs, die an Werktagen rund um die Uhr gehandelt werden.
Außerhalb der USA passiert Ähnliches. Der Wiener Anbieter Bitpanda wuchs im Januar auf etwa 10.000 Aktien und ETFs, und Bitget bot im April einen Umweg zur noch nicht börsennotierten SpaceX von Elon Musk.
Nicht nur Aktien finden ihren Weg zu den Kryptobörsen. Als Gold und Silber in diesem Jahr Rekordhöhen erreichten, sprangen Anbieter wie Binance, OKX und Bybit mit Edelmetall-Kontrakten auf den Zug auf. Damit spekuliert man rein auf den Preis, ohne echtes Gold oder Silber zu besitzen.
Für Binance ist dies der größte Schritt in Richtung Aktien seit 2021, als das Unternehmen unter dem Druck der Aufsichtsbehörden einen früheren Dienst zurückzog. Der Schritt passt zu Tengs Plan, sich zu einer Finanz-Super-App zu entwickeln, in der Kryptowährungen und Aktien auf einer Plattform zusammenkommen.
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