Bitcoin (BTC) erreichte im Oktober noch einen Rekordpreis von über 126.000 Dollar, doch seitdem ist der Kurs stark gefallen. Laut Marktanalyst Benjamin Cowen passt dieser Rückgang in ein Muster, das der Kryptomarkt seit Jahren zeigt. Sollte er recht behalten, könnte dies bedeuten, dass der Markt vorerst in einer Abwärtsphase bleibt.

Bärenmarkt könnte bis Oktober 2026 anhalten

Cowen erklärt im Gespräch mit dem Cointelegraph Magazine, dass der bekannte Vierjahreszyklus von Bitcoin seiner Meinung nach weiterhin funktioniert. In diesem Muster steigen die Kurse oft über mehrere Jahre, gefolgt von einer Phase des Rückgangs. Laut dem Analysten erreichte der Kurs erneut zu einem vertrauten Zeitpunkt seinen Höhepunkt.

„Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum Menschen immer wieder behaupten, er existiere nicht mehr. Bitcoin erreicht seinen Gipfel immer dann, wenn es das in jedem Zyklusjahr tut: im vierten Quartal,“ so Cowen.

Cowen geht davon aus, dass 2026, basierend auf dieser Theorie, vor allem von einem fallenden Markt geprägt sein wird. In der Kryptowelt wird eine solche Periode als Bärenmarkt bezeichnet – eine Phase, in der die Preise längere Zeit unter Druck stehen.

„Ich denke, es wird ein Bärenmarkt-Jahr. Ich glaube nicht, dass Bitcoin 2026 neue Rekordpreise erreichen wird,“ sagt er.

Der Analyst meint, die aktuelle Abwärtsphase könnte etwa ein Jahr dauern. Er vermutet, dass diese Schwächeperiode von Oktober 2025 bis etwa Oktober 2026 andauern wird.

Die Kursentwicklung scheint das Vierjahreszyklusmodell weiterhin zu stützen. Nach dem Rekord von 126.000 Dollar im Oktober fiel Bitcoin im letzten Monat unter 60.000 Dollar. Das entspricht einem Rückgang von mehr als fünfzig Prozent.

Mittlerweile steht der Bitcoin-Kurs wieder etwas höher, etwa bei 68.500 Dollar. Dennoch ist das immer noch ein Verlust von etwa 45,6 Prozent im Vergleich zum Allzeithoch.

Cowen widerspricht prominenten Stimmen

Mit seiner Einschätzung steht Cowen im Gegensatz zu einem Großteil der Krypto-Industrie. Viele prominente Stimmen sind der Meinung, dass der Vierjahreszyklus nicht mehr gilt.

So erklärte Arthur Hayes, Mitbegründer der Kryptobörse BitMEX, kürzlich, dass der Bitcoin-Kurs noch deutlich steigen könnte. In einem Interview sagte er, dass die digitale Währung noch in diesem Jahr auf 500.000 bis 750.000 Dollar steigen könnte, insbesondere wenn die globale Geldpolitik wieder expansiver wird.

Cathie Wood, Chefin von ARK Invest, hat mehrfach betont, dass sie nicht glaubt, dass der traditionelle Vierjahreszyklus von Bitcoin Bestand hat. Ihrer Meinung nach verändert der Zustrom institutioneller Anleger den Markt, wodurch große Kursrückgänge in Zukunft weniger wahrscheinlich werden.

Auch Makro-Investor Raoul Pal glaubt, dass die Makroökonomie eine immer größere Rolle spielt. Er erwartet, dass eine expansive Geldpolitik den Bitcoin-Kurs erneut nach oben treiben könnte.

Bisher sind diese Prognosen jedoch nicht eingetroffen. Cowen hält daher an seiner Meinung fest, dass der Markt weiterhin dem gleichen Muster folgt. Seiner Ansicht nach suchen einige Analysten zu sehr nach Gründen, warum es diesmal anders sein sollte.

„Alle machen gedankliche Verrenkungen, um zu erklären, warum es anders sein muss, dabei ist es eigentlich gar nicht so anders,“ sagt er.

Keine große Altcoin-Manie

Auch wenn das Timing laut Cowen stark an frühere Zyklen erinnert, sieht er einen deutlichen Unterschied. In diesem Zyklus blieb eine große Hype um alternative Kryptowährungen, auch Altcoins genannt, weitgehend aus.

Laut Cowen fehlte diesmal die typische Euphorie früherer Bullenmärkte. „In 2021 und 2017 erreichte Bitcoin seinen Höhepunkt während der Euphorie. Wenn das passiert und der Kurs steigt parabolisch, fließt Kapital oft in risikoreichere Vermögenswerte wie Altcoins.“

Der Höhepunkt von 2025 fühlte sich seiner Meinung nach jedoch anders an. Anstatt von Überschwang schien eher Erschöpfung unter den Anlegern zu herrschen.

„Aber wenn man einen Höhepunkt auf Basis von Apathie erreicht, wie 2019, dann kommt es zu dieser Rotation nicht. Und der Grund ist einfach: Es gibt dann niemanden mehr, dem man die Altcoins verkaufen könnte,“ erklärt er.

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