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Anleger sollten bei US-Aktien vorsichtig sein. Laut der Bank of America (BofA) häufen sich die Anzeichen, die in der Vergangenheit oft Vorboten eines Bärenmarkts oder einer bedeutenden Korrektur an der Börse waren.
Die Strategen der Bank sehen mittlerweile so viele Warnsignale, dass sie Anlegern empfehlen, einen Teil ihrer Gewinne zu sichern. „Es gibt zu viele rote Flaggen“, schreibt das Team unter der Leitung von Savita Subramanian in einem aktuellen Bericht.
Laut der Bank of America deuten immer mehr Signale darauf hin, dass der Aktienmarkt in eine gefährliche Phase eintritt. Von den Indikatoren, die in der Vergangenheit oft einer großen Korrektur oder einem Bärenmarkt vorausgingen, stehen mittlerweile etwa 70 Prozent auf Rot. Das entspricht in etwa dem Niveau früherer Börsengipfel.
Auch die Bewertung des US-Aktienmarkts bereitet der Bank Sorgen. Der S&P 500 ist laut den Analysten in 17 der 20 verwendeten Maßstäbe teuer bis sehr teuer. Teilweise liegt die Bewertung sogar höher als während der Hochphase der Internetblase um das Jahr 2000.
Die Bank bezieht sich dabei nicht auf einen einzelnen Indikator, sondern auf eine breite Palette wirtschaftlicher Signale. Dazu zählen das Verbrauchervertrauen, Erwartungen für das Wirtschaftswachstum, Fusionen und Übernahmen, Kreditstress und die Bereitschaft der Banken, Kredite zu vergeben. Eine aktuelle Umfrage der Federal Reserve zeigte beispielsweise, dass Verbraucher weniger Kredite beantragen, was oft ein Anzeichen dafür ist, dass die Wirtschaft beginnt abzukühlen.
Darüber hinaus beobachten die Strategen eine Entwicklung, die in der Spätphase einer Börsenrally häufiger vorkommt. Vor allem die teuersten Aktien steigen weiter, während viele günstiger bewertete Unternehmen zurückbleiben. Laut der Bank of America ist dies ein Zeichen dafür, dass Anleger zunehmend Risiken eingehen und Spekulation eine größere Rolle an den Märkten spielt.
Wer nur auf den S&P 500 schaut, könnte denken, es sei nichts los. Doch laut der Bank of America erzählt der Markt unter der Oberfläche eine ganz andere Geschichte.
In der Technologiesektor vergrößert sich der Unterschied zwischen Gewinnern und Verlierern mittlerweile zunehmend. Laut Stratege Savita Subramanian ist die Kluft zwischen den am besten und am schlechtesten performenden Tech-Aktien inzwischen so groß wie seit Anfang 2000 nicht mehr, kurz bevor die Internetblase platzte.
Das zeigt sich auch im breiteren Markt. In den letzten drei Monaten war der Unterschied zwischen den stärksten und den schwächsten Aktien im S&P 500 größer als jemals seit der Coronazeit. Mit anderen Worten: Eine relativ kleine Gruppe von Aktien zieht den Index nach oben, während viele andere Unternehmen zurückbleiben.
Das bedeutet nicht, dass alles sofort schiefgeht. Viele große Technologieunternehmen sind weiterhin profitabel und verfügen über starke Bilanzen. Dennoch sieht die Bank of America zunehmend Anzeichen dafür, dass die Fundamentaldaten schwächer werden.
So wächst der freie Cashflow nicht mehr so stark wie zuvor, Unternehmen beschaffen mehr Geld über Aktien und Anleihen und kaufen weniger eigene Aktien zurück. Gleichzeitig steigen die Investitionen in KI und Rechenzentren rasant an.
Vor allem die großen Cloud-Anbieter geben immer mehr aus. Laut der Bank of America könnten ihre Investitionen bis Ende dieses Jahres fast so hoch sein wie der operative Cashflow, den sie generieren. Zum Vergleich: 2023 lag dieser Prozentsatz noch bei rund 40 Prozent.
Diese Entwicklungen sollten Anleger laut Subramanian nicht ignorieren. „Extreme Kursbewegungen können auf zunehmende Instabilität hindeuten“, warnt sie.
Die Warnung der Bank of America bedeutet nicht, dass Anleger laut der Bank alle Aktien meiden sollten. Im Gegenteil: Die Strategen sehen weiterhin Chancen bei einzelnen Unternehmen, auch wenn es dem breiteren Markt schwerfällt, weiter zu wachsen.
„Wir sehen Chancen bei Aktien innerhalb des S&P 500, aber nicht im Index als Ganzes“, so Subramanian.
Damit spielt sie auf einen Markt an, in dem die Unterschiede zwischen Unternehmen immer größer werden. Während einige Aktien ihrer Meinung nach aufgrund hoher Bewertungen und zunehmender Spekulation anfällig geworden sind, bleiben andere Unternehmen attraktiv bewertet und verfügen über starke Fundamentaldaten.
Bemerkenswert ist, dass die Bank of America trotz aller Warnungen an einem Kursziel von 7.100 Punkten für den S&P 500 zum Jahresende festhält. Das zeigt, dass die Bank nicht unbedingt einen Börsencrash erwartet, aber wohl glaubt, dass es für Anleger immer wichtiger wird, selektiv zu sein. Die Zeit, in der fast alle Aktien von der Rally profitierten, scheint laut den Strategen langsam zu Ende zu gehen.
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