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ASML erlebte am Donnerstag einen erheblichen Kursrückgang, während zwei große amerikanische Banken der niederländischen Chipherstellerin deutlich mehr Vertrauen aussprachen. Der Kurs fiel im Tief um über 3 Prozent, doch JPMorgan und die Bank of America haben ihre Kursziele kräftig angehoben.
ASML schloss am Mittwoch bei 1.485 Euro, erlitt aber heute einen Rückschlag. Der Kurs eröffnete bei 1.480 Euro und fiel anschließend auf 1.438 Euro.
Auf dem Tiefpunkt stand ein Verlust von fast 3,2 Prozent zu Buche. Inzwischen hat sich der Kurs etwas erholt und liegt bei 1.457 Euro, was einem Minus von 1,8 Prozent entspricht.

ASML ist nicht der einzige Titel im AEX, der Verluste verzeichnet. Der gesamte Index weist ein Minus von 0,91 Prozent auf, womit der Chipmaschinenhersteller heute unterperformed.
Am Donnerstag drückten Anleger breit auf die Verkaufstaste. Chiptitel litten unter den Zahlen von Broadcom, die am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA bekannt wurden.
Die Ergebnisse waren laut Chefökonom Frank Vranken von Edmond de Rothschild „hervorragend“, doch die Erwartungen des Marktes in Bezug auf künftige KI-Umsätze waren höher. Die Aktie verlor nachbörslich 13 Prozent.
„Dieses Unternehmen war einer der wichtigsten Treiber der amerikanischen Aktienrally“, so Vranken. „Die Enttäuschung über die Zahlen sorgt nun für eine Pause der Rally an den Börsen.“
Das belastet den AEX stark. Die Amsterdamer Börse ist stark von der Halbleiterbranche abhängig, wobei ASML, ASMI und Besi oft mit den amerikanischen Chipunternehmen zusammen schwanken.
Zusätzlich verstärken sich die Handelsspannungen. Die USA kündigten am Mittwoch an, dass voraussichtlich neue Importzölle von mindestens 10 Prozent für die meisten Handelspartner kommen werden. Dadurch ist der Dollar stärker geworden, was viele Vermögenswerte belastet.
Zudem gibt es wieder Meldungen über Angriffe zwischen Iran und den USA, während Trump und Teheran sich widersprechen, ob über eine Verlängerung des Waffenstillstands und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus verhandelt wird.
Trotz Kursverlusten sehen große Banken noch viel Potenzial nach oben. JPMorgan hob das Kursziel am Mittwoch von 1.515 auf 1.900 Euro an und behielt die Übergewichten-Empfehlung bei, also optimistischer als der breite Markt.
Die Bank rechnet mit einem wachsenden Marktanteil in der Lithografie, der Technik, mit der winzige Schaltungen auf Chips „gedruckt“ werden. Dank ASMLs fortschrittlicher EUV-Maschinen könnte dieser Anteil auf 90 Prozent steigen.
ASML könnte zudem von der anziehenden Nachfrage nach Speicherchips (DRAM) profitieren. „ASML, mit seiner Exponierung gegenüber allen großen Speicherfirmen, sollte signifikant von der Aufwärtsbewegung im Speichermarkt profitieren“, schreibt die Bank.
JPMorgan hält die meisten Analysten für zu konservativ und erhöhte die Umsatzerwartungen für 2027 und 2028 auf 55,4 und 63,8 Milliarden Euro, etwa 17 bis 22 Prozent über dem Konsens.
Auch die Bank of America wurde optimistischer. Analyst Didier Scemama hob das Kursziel von 1.710 auf 1.921 Euro an und bekräftigte die Kaufempfehlung.
Scemama erwartet, dass ASML im nächsten Jahr 85 EUV-Maschinen ausliefert und die Kapazität bis Ende 2027 auf über 90 Stück steigt. Auch die Nachfrage aus China könnte sich 2027 erholen, mit bereits im nächsten Jahr 9 Prozent Umsatzwachstum. ASML bleibt sein Favorit.
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