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Die Börsen in Südkorea und Taiwan verzeichnen ein außergewöhnlich starkes Jahr. Der südkoreanische Kospi stieg in diesem Jahr bereits um mehr als 80 Prozent, während auch der taiwanesische Taiex wiederholt neue Rekorde erreichte. Der Motor hinter dieser Rallye ist zweifellos die künstliche Intelligenz.

Anleger stürzen sich massiv auf asiatische Chipunternehmen, die im Zentrum der globalen KI-Wertschöpfungskette stehen. Doch gerade dadurch wächst auch die Sorge, dass diese Märkte zu abhängig von einigen wenigen äußerst großen Gewinnern werden.
Die Konzentration ist mittlerweile enorm. TSMC macht mehr als 40 Prozent des taiwanesischen Taiex-Index aus. In Südkorea entfallen auf Samsung Electronics und SK Hynix gemeinsam über 42 Prozent des Kospi.

Das bedeutet, dass die Indizes immer weniger ein breites Bild der nationalen Wirtschaft bieten. Ein Anstieg des Taiex sagt vor allem etwas über TSMC und die weltweite Nachfrage nach fortschrittlichen Chips aus. Ein Anstieg des Kospi spiegelt zunehmend die Nachfrage nach Speicherchips von Samsung und SK Hynix wider.
Laut Goldman Sachs ist Taiwan zu über 80 Prozent AI-bezogenen Umsatzströmen ausgesetzt. Für Südkorea liegt dieser Wert bei rund 60 Prozent.
Die starken Leistungen kommen nicht von ungefähr. Die Nachfrage nach Chips, Speicher und AI-Infrastruktur ist enorm. Große Technologieunternehmen investieren Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren und Rechenleistung.
Davon profitieren insbesondere TSMC, Samsung und SK Hynix. TSMC ist entscheidend für die Produktion fortschrittlicher Chips. Samsung und SK Hynix liefern High-Bandwidth Memory, ein wesentliches Element für AI-Prozessoren.
Goldman Sachs schätzt sogar, dass das Gewinnwachstum in Südkorea in diesem Jahr um 300 Prozent steigen könnte. Das erklärt, warum Anleger so optimistisch sind.
Diese Dominanz hat jedoch auch eine Kehrseite. Wenn der KI-Zyklus ins Stocken gerät, sind Taiwan und Südkorea sofort stark betroffen. Faktoren wie geringere Investitionen in Rechenzentren, geopolitische Spannungen, Mangel an spezialisierten Chemikalien oder Unterbrechungen in den Schifffahrtsrouten könnten eine Rolle spielen.
Besonders Taiwan ist verwundbar. Die Börse ist immer stärker mit einem einzigen Unternehmen, nämlich TSMC, verbunden. Einige Anleger bezeichnen Taiwan daher bereits als „One-Trick-Pony“. Wenn TSMC korrigiert, folgt der gesamte Markt.
Südkorea ist etwas breiter aufgestellt. Neben Chips profitieren auch Branchen wie Schiffbau, Verteidigung, Energieanlagen und K-Kultur. Daher spiegelt der Kospi noch ein etwas breiteres Bild der Wirtschaft wider als der taiwanesische Index.
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