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Arthur Hayes sieht die Rückkehr des Bullenmarkts. Er wartet nicht auf Bestätigung. Seiner Meinung nach hat Bitcoin (BTC) Anfang des Jahres bei 60.000 Dollar den Tiefpunkt erreicht, und die Rückkehr zum Rekordhoch von 126.000 Dollar aus dem Oktober 2025 steht bereits fest. Dies schrieb er am Montag in einem Essay auf Substack.

Die größte Kryptowährung überschritt am Dienstag kurzzeitig die Marke von 82.000 Dollar und notiert derzeit um die 80.600 Dollar. Eine Rückkehr zum Rekordhoch würde vom aktuellen Niveau aus einem Anstieg von etwa 55 Prozent entsprechen.

90.000 Dollar als entscheidendes Niveau

Arthur Hayes, Mitgründer der Kryptobörse BitMEX, sieht 90.000 Dollar als das Niveau, ab dem die Bitcoin-Rallye richtig Fahrt aufnehmen könnte. Seiner Meinung nach entsteht dort zusätzlicher Kaufdruck, da Händler, die Call-Optionen verkauft haben, ihre Positionen durch Bitcoin-Käufe absichern müssen. Dies könnte den Anstieg weiter anheizen.

Eine Call-Option gibt Anlegern das Recht, einen Vermögenswert zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Verkäufer dieser Optionen spekulieren darauf, dass der Kurs unter diesem Niveau bleibt, während Käufer auf einen weiteren Anstieg setzen.

Hayes zufolge wird der Markt derzeit von zwei großen Kräften gestützt. Die eine ist der massive Kapitalzufluss in Richtung künstliche Intelligenz. Während der KI-Sektor früher hauptsächlich über die Cashflows großer Technologieunternehmen finanziert wurde, beobachtet Hayes nun, dass das Wachstum zunehmend durch Kredite von Geschäftsbanken und Zentralbanken gefördert wird.

Inflation spielt Bitcoin in die Karten

Hayes verweist insbesondere auf die Federal Reserve, die US-amerikanische Zentralbank, und die chinesische Zentralbank, die People’s Bank of China. Seiner Ansicht nach haben beide Zentralbanken die finanziellen Rahmenbedingungen gelockert, um den rasanten Ausbau von KI zu unterstützen. In China sollen Banken sogar Kapital von der Immobilienbranche in Technologieunternehmen umgeschichtet haben.

Mit der Aussage „higher for longer“ fasst Hayes die Inflationseffekte dieser Entwicklungen zusammen. Damit meint er, dass die Inflation wahrscheinlich länger hoch bleibt, als viele Investoren erwarten.

Laut Hayes entsteht dadurch ein perfektes Umfeld für Bitcoin. Kriege treiben die Inflation an, das weltweite KI-Rennen erfordert enorme Investitionen, und Regierungen scheinen immer bereitwilliger, zusätzliches Geld in die Wirtschaft zu pumpen, um diese Ausgaben zu finanzieren.

Er hebt hervor, dass Bitcoin seit dem Ausbruch des Krieges mit Iran am 28. Februar besser abschneidet als unter anderem der Nasdaq 100, der IGV-Software-ETF und Gold. Laut Hayes zeigt dies, dass Investoren diese wirtschaftlichen Verschiebungen bereits einpreisen.

Zwei Szenarien könnten die Rallye beenden

Dennoch sieht Hayes auch Risiken, die der aktuellen Bitcoin-Rallye ein Ende setzen könnten. Das erste Szenario ist ein gewaltiger Börsengang oder eine Fusion im KI-Sektor in den USA oder China, die völlig aus dem Ruder läuft. Laut ihm könnte eine solche Megatransaktion das Vertrauen der Investoren erschüttern und die Märkte aus ihrer derzeit euphorischen Phase reißen.

Das zweite Risiko ist politischer Natur. Hayes warnt, dass ein demokratischer Kandidat bei den US-Präsidentschaftswahlen 2028 möglicherweise gegen die beispiellose Investitionswelle in KI antreten könnte. Sollte eine anti-KI-Botschaft genügend Unterstützung finden, könnten Banken und Investoren ihre Finanzierung der Branche überdenken.

Die Zwischenwahlen in den USA im November 2026 werden laut Hayes wahrscheinlich nur vorübergehend Unruhe stiften.

Trotz dieser Risiken bleibt er vorerst ausgesprochen optimistisch. „Es ist ein Bullenmarkt, schließe die Augen und drücke den Knopf“, schrieb Hayes. „Es wird einen Zeitpunkt zum Verkaufen geben, aber dieser Zeitpunkt ist jetzt nicht.“

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