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Ein Bundesrichter in Argentinien hat angeordnet, 25 Krypto-Konten auf sechs internationalen Handelsplattformen einzufrieren.

Die Maßnahme ist Teil der strafrechtlichen Ermittlungen zum umstrittenen LIBRA-Token, für den zuvor Präsident Javier Milei geworben hatte. Die Behörden wollen klären, wo Hunderte Millionen Dollar an verschwundenem Anlegergeld geblieben sind.

Richter will Identität hinter Krypto-Konten klären

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Start des LIBRA-Tokens im Februar 2025. Nachdem Milei das Projekt auf X öffentlich erwähnt hatte, schoss der Kurs binnen kurzer Zeit nach oben. Wenige Stunden später brach der Token nahezu vollständig ein. Anleger verloren nach verschiedenen Schätzungen zwischen 100 Millionen und 250 Millionen Dollar.

Auf Antrag von Staatsanwalt Eduardo Taiano hat Richter Marcelo Martínez de Giorgi sechs internationale Kryptoplattformen angewiesen, betroffene Konten einzufrieren und die Identität der Nutzer festzustellen.

Betroffen sind zehn Konten bei Binance, acht bei Bybit, zwei bei OKX, zwei bei CoinEx, zwei bei Bitfinex und ein Konto bei FixedFloat.

Die Handelsplattformen müssen nicht nur die vollständige Transaktionshistorie herausgeben, sondern auch sämtliche Daten, die im Rahmen der Know-Your-Customer-Prüfungen erhoben wurden. Dazu zählen unter anderem Ausweisdokumente, IP-Adressen, verknüpfte Bankkonten und weitere administrative Angaben.

Blockchain-Analyse folgt der Geldspur

Nach Angaben der argentinischen Behörden sind diese Daten nötig, um nachzuvollziehen, wohin das Geld der Anleger letztlich geflossen ist.

Aus einem technischen Bericht der Cybercrime-Abteilung der Bundespolizei geht hervor, dass Ermittler die Geldspur von den sogenannten Team-Libra-Wallets aus verfolgt haben. Millionen LIBRA-Token wurden über das Solana-Protokoll Meteora verschoben und liefen schließlich in einer zentralen Wallet zusammen.

Von dort wurden die Bestände in Stablecoins umgewandelt und über Hunderte kleinere Transaktionen auf verschiedene Wallets verteilt.

Nach Einschätzung der Ermittler deutet dieses Vorgehen auf sogenanntes Smurfing hin, eine bekannte Geldwäschetechnik, bei der große Beträge in viele kleinere Transaktionen aufgeteilt werden, um die Herkunft der Mittel zu verschleiern.

Mileis Werbung für LIBRA führte zu Strafverfahren

Die Ermittlungen begannen, nachdem Javier Milei am 14. Februar 2025 einen Beitrag zu LIBRA auf X veröffentlicht hatte. Der Token stieg anschließend von rund einem Cent auf fast fünf Dollar. Nach Angaben des Blockchain-Analyseunternehmens TRM Labs kletterte die Marktkapitalisierung kurzzeitig auf rund 4,5 Milliarden Dollar, bevor sie binnen drei Stunden um etwa 89 Prozent einbrach.

Milei löschte seinen Beitrag später und erklärte, er habe keine Verbindungen zu dem Projekt gehabt und sei über die Hintergründe nicht informiert gewesen.

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