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Die Apple-Aktie eilt weiter von Rekord zu Rekord. Anleger reagieren positiv auf einen wichtigen Durchbruch in China, eine optimistische Analystenstudie und die Aussicht, dass neue Produkte das Wachstum weiter antreiben. Damit rückt ein historischer Börsenwert von 5 Billionen Dollar plötzlich in greifbare Nähe.
Die Aktie schloss am Donnerstag 1,8 Prozent höher bei 333,26 Dollar. Bereits am Vortag hatte Apple vier Prozent gewonnen. Der Börsenwert des Technologiekonzerns ist damit auf rund 4,9 Billionen Dollar gestiegen.

Die britische Bank HSBC stufte Apple von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch. Zugleich hob sie das Kursziel von 260 auf 366 Dollar an. Ausgehend vom Schlusskurs am Donnerstag hält die Bank damit noch einen Anstieg von knapp zehn Prozent für möglich.
Analyst Nicolas Cote-Colisson sieht Apple an einem operativen Wendepunkt. Der Konzern könne sein riesiges Netzwerk von rund 2,5 Milliarden aktiven Geräten nutzen, um neue Anwendungen im Bereich künstliche Intelligenz rasch bei Verbrauchern zu etablieren.
Dabei verfolgt Apple eine auffallend andere Strategie als viele andere große Technologiekonzerne. Alphabet, Microsoft, Amazon und Meta investieren Hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips und eigene KI-Modelle. Apple hält seine Ausgaben vergleichsweise niedrig und greift, wo möglich, auf Technologie externer Anbieter zurück.
HSBC erwartet, dass dieser Ansatz die Gewinne steigern kann, ohne dass Apple dieselben finanziellen Risiken eingeht wie seine Wettbewerber. Die Bank erhöhte deshalb ihre Umsatzprognosen für 2027 und 2028 um sieben bis neun Prozent. Die Erwartung für den iPhone-Umsatz wurde sogar um elf bis dreizehn Prozent angehoben.
Auch aus China kamen wichtige Nachrichten. Apple hat dort die Genehmigung erhalten, generative KI-Funktionen einzuführen. Dafür arbeitet der Konzern mit den lokalen Technologieunternehmen Alibaba und Baidu zusammen.
Alibabas Qwen-Modell wird für verschiedene Funktionen von Apple Intelligence genutzt. Technologie von Baidu unterstützt unter anderem Suchanfragen. Diese lokale Zusammenarbeit ist notwendig, weil ausländische KI-Modelle in China strengen Vorgaben unterliegen.
Die Genehmigung beseitigt ein wichtiges Hindernis. Chinesische Wettbewerber wie Huawei und Xiaomi bieten auf ihren Smartphones bereits seit Längerem umfangreiche KI-Funktionen an. Apple lief dadurch Gefahr, dass chinesische Verbraucher beim Kauf eines neuen Geräts zu einer anderen Marke greifen.
Mit der Freigabe kann Apple seine überarbeiteten KI-Funktionen auf iPhone, iPad, Mac und Vision Pro verfügbar machen. Anleger hoffen, dass dies nicht nur den Absatz von Geräten ankurbelt, sondern Nutzer auch stärker an kostenpflichtige Dienste im Apple-Ökosystem bindet.
Neben KI setzt HSBC auf eine starke Reihe neuer Produkte. Später in diesem Jahr werden das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max erwartet. Für 2027 rechnen Marktbeobachter unter anderem mit einem neuen iPhone Air, einem faltbaren iPhone und einer speziellen Jubiläumsausgabe.
Auch eine smarte Brille wird als mögliche neue Produktkategorie genannt. Solche Geräte könnten Apple helfen, die Abhängigkeit vom klassischen iPhone zu verringern, das weiterhin einen großen Teil des Umsatzes liefert.
Die Geschäftszahlen geben Anlegern vorerst Vertrauen. Apple steigerte den Umsatz im vergangenen Quartal um siebzehn Prozent auf 111,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie legte um 22 Prozent zu. Die Dienstleistungssparte erreichte mit einem Umsatz von 31 Milliarden Dollar einen neuen Rekord.
Der Vorstand gab zudem grünes Licht für den Rückkauf weiterer eigener Aktien im Umfang von 100 Milliarden Dollar. Durch Aktienrückkäufe verteilt Apple künftige Gewinne auf weniger Anteilsscheine. Das kann den Gewinn je Aktie und damit den Börsenkurs stützen.
Die Erwartungen sind inzwischen allerdings hoch. Die Aktie wird mit etwa dem Vierzigfachen des Jahresgewinns gehandelt. Enttäuschende Verkäufe oder Verzögerungen bei neuen KI-Funktionen könnten daher eine deutliche Kursreaktion auslösen.
Apple legt am 30. Juli die Zahlen für das dritte Quartal seines abweichenden Geschäftsjahres vor. Anleger achten dann vor allem auf die iPhone-Verkäufe, das Wachstum der Dienstleistungssparte und den Ausblick auf den neuen Produktzyklus.
Für einen Börsenwert von 5 Billionen Dollar muss die Aktie vom aktuellen Niveau aus nur noch um wenige Prozent steigen. Damit könnte Apple nach Nvidia das zweite Unternehmen werden, das diese historische Marke erreicht.
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