Laut Yat Siu, Mitbegründer von Animoca Brands, ist der sogenannte Trump-Trade in der Kryptomarkt endgültig vorbei.
Mit diesem Begriff meint er den Optimismus, der sich 2025 rund um Donald Trump herausgebildet hatte und die Erwartung, dass seine Rückkehr zu einer schnellen, umfassenden Deregulierung von Krypto führen würde. Diese Hoffnung hat sich laut Siu nicht in konkrete politische Veränderungen umgewandelt, die stark genug gewesen wären, um die spekulative Rallye bis 2026 weiterzutragen.
Vom politischen Narrativ zur Marktrealität
In Sius Analyse wurde das Jahr 2025 vor allem durch Geschichten und Erwartungen geprägt, nicht durch fundamentale Veränderungen. Investoren reagierten auf Schlagzeilen, doch die tatsächlichen Regulierungen blieben aus. Daher verschiebt sich der Markt nun von politisch getriebenem Sentiment zu einer Phase, in der Struktur und Fundamentaldaten im Mittelpunkt stehen.
Für 2026 sieht Siu drei entscheidende Kräfte: institutionelle Beteiligung, echte Adoption und eine reifere Marktinfrastruktur. In diesem Kontext erhält Bitcoin (BTC) eine andere Rolle. Die Coin entwickelt sich zunehmend zu einem reservenähnlichen Gut, oft mit digitalem Gold verglichen. Das bedeutet, dass Kapital defensiver eingesetzt wird und weniger schnell in kleinere Projekte fließt.
Druck auf Altcoins, Fokus auf Nutzen
Diese Verschiebung hat Auswirkungen auf Altcoins. Laut Siu ist die Ära, in der Tokens rein durch Hype profitieren konnten, vorbei. Projekte müssen ihre Existenzberechtigung mit konkreten Anwendungen, nachhaltigen Einkommensmodellen und nachweisbarem Nutzen unter Beweis stellen. Ohne greifbare Utility wird es schwieriger, Kapital in einem reiferen und kritischeren Markt anzuziehen.
Auffällig ist, dass Siu Regulierung nicht als Bremse sieht, sondern als notwendige Voraussetzung für weiteres Wachstum. Er bezeichnet amerikanische Gesetzesvorschläge wie den Clarity Act und den GENIUS Act als entscheidend für die institutionelle Integration. Große Finanzinstitute steigen erst ein, wenn die Spielregeln klar sind. In diesem Sinne wird Compliance zu einem Wettbewerbsvorteil statt einer Last.
Krypto und KI wachsen zusammen
Zusätzlich weist Siu auf die zunehmende Verflechtung von Blockchain und künstlicher Intelligenz hin. Blockchains können als ‚Vertrauensebene‘ für autonome KI-Systeme fungieren, beispielsweise für Eigentumsregistrierung, Verifikation und Koordination. Das eröffnet ihm zufolge neue Anwendungsfälle jenseits reiner finanzieller Spekulation.
Diese institutionelle Wende spiegelt sich auch in Animocas eigenen Plänen wider. Das Unternehmen plant 2026 den Börsengang durch eine Reverse-Merger mit der Currenc Group, um eine Notierung an der Nasdaq zu erreichen. Damit möchte Animoca öffentlichen Investoren Zugang zur breiteren Web3- und Altcoin-Ökonomie bieten.
Die Botschaft von Siu ist klar: Die Phase der politischen Hype liegt hinter uns. 2026 dreht sich nicht um Slogans oder Wahlerwartungen, sondern um Struktur, Regulierung und die tatsächliche wirtschaftliche Integration von Krypto in das Finanzsystem.
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