Bitcoin (BTC) hat sich seit Anfang April deutlich erholt, doch auffällig ist, dass die Marktstimmung kaum euphorisch wirkt. Analyst Matthew Hyland sieht gerade in diesem Unglauben ein wichtiges und kraftvolles Zeichen.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung steht Bitcoin bei rund 78.000 Dollar, etwa 15 Prozent höher als Anfang April. Dennoch rechnen viele Anleger und Analysten mit einem weiteren Rückgang im Laufe des Jahres.
Wenig Begeisterung trotz Kursanstieg
Hyland beobachtet, dass es wenig Interesse oder Aufregung rund um die jüngste Kurssteigerung gibt. Das ist bemerkenswert, da Bitcoin normalerweise schnell viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, sobald der Kurs deutlich ansteigt.
Stattdessen scheint ein großer Teil des Marktes der Rally skeptisch gegenüberzustehen.
Dies könnte auf eine sogenannte disbelief rally hindeuten, eine Erholung, die beginnt, während die meisten Anleger noch zweifeln, dass der Aufwärtstrend echt ist.
Viele Analysten erwarten weiterhin tiefere Tiefststände
Laut Hyland rechnet ein wesentlicher Teil des Marktes weiterhin mit einem erneuten Rückgang gegen Ende des Jahres. Besonders der September oder Oktober 2026 werden von einigen Analysten als mögliche Zeiträume genannt, in denen Bitcoin möglicherweise einen endgültigen Zyklusboden erreicht.
Auch der erfahrene Händler Peter Brandt sieht Potenzial für einen investierbaren Boden in dieser Periode. Er schließt nicht aus, dass Bitcoin noch unter das Februartief fallen könnte.
Dieses Tief lag bei rund 60.000 Dollar, nachdem Bitcoin mehr als 50 Prozent von seinem Höchststand über 126.000 Dollar im Oktober 2025 gefallen war.
Gerade das Misstrauen könnte bullish sein
Genau dieser Pessimismus ist laut einigen Analysten interessant. Quellen wie Santiment weisen darauf hin, dass echte Tiefpunkte selten entstehen, wenn alle überzeugt sind, dass der Boden erreicht ist.
Häufiger ist das Gegenteil der Fall. Tiefpunkte formen sich, wenn die Mehrheit denkt, dass der Kurs noch deutlich tiefer fallen wird. Das macht die aktuelle Phase besonders. Der Bitcoin Kurs steigt, aber die Überzeugung fehlt. Und so sehen frühe Erholungsphasen oft aus.
Michael van de Poppe sieht unterdessen wenig Grund, die aktuelle Rally jetzt schon abzuschreiben. Er meint, dass ein klarer Durchbruch über 86.000 Dollar ein starkes Zeichen dafür wäre, dass der Boden wahrscheinlich bereits erreicht ist.
Dieses Niveau wird damit zu einem wichtigen Wendepunkt.
Solange Bitcoin darunter bleibt, behalten die Bären ihre Argumente. Doch bricht der Kurs darüber aus, könnte das bearishe Szenario schnell an Kraft verlieren. Vorerst muss Bitcoin jedoch noch deutlich steigen, um dieses Niveau zu erreichen.
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