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Laut dem Makroanalysten Jordi Visser befindet sich Bitcoin (BTC) derzeit in einer Phase, die einem Börsengang (Initial Public Offering, IPO) ähnelt. Seiner Ansicht nach machen die ursprünglichen Bitcoin-Besitzer nach und nach Platz für eine neue Generation von Investoren.
In einem Podcast mit Anthony Pompliano und in einem ausführlichen Artikel auf Substack erklärt Visser, dass viele alte Bitcoins jetzt wieder aus der Versenkung auftauchen.
„Nicht alle auf einmal, nicht in Panik, sondern stetig“, sagt Visser. „Die frühen Überzeugten cashen langsam aus, während neue Investoren jeden Rücksetzer zum Kauf nutzen.“
Vergangene Woche konnte man beispielsweise noch in den Bitcoin-News lesen, dass eine mysteriöse Wallet aus dem Jahr 2009, dem Jahr, in dem Bitcoin entstand, nach 14 Jahren Funkstille wieder aktiv wurde.
Seiner Meinung nach ähnelt das stark dem, was am traditionellen Aktienmarkt während eines Börsengangs passiert.
„In der traditionellen Welt ist dies der Moment, in dem Gründer reich werden, Frühinvestoren Gewinne mitnehmen und neue Aktionäre das Zepter übernehmen. Genau das sehen wir jetzt bei Bitcoin.“
Visser bezeichnet diesen Prozess als ein natürliches Zeichen von Reife. Bitcoin entwickelt sich seiner Ansicht nach von einer kleinen, leidenschaftlichen Besitzergruppe zu einer breiteren, stabileren Investorenbasis.
„Die Aufregung hoher Konzentration wird durch die Nachhaltigkeit breiter Verteilung ersetzt“, so Visser. „Die frühen Überzeugten übergeben die Fackel an Langfristanleger, die auf höheren Niveaus kaufen und andere Motive haben. So sieht Erfolg aus. Das ist Bitcoins IPO.“
Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit einigen Wochen zwischen 106.000 und 116.000 US-Dollar, und diese Seitwärtsbewegung frustriert viele Anleger. Visser erklärt, warum das gerade ein gutes Zeichen ist:
„Nach einem Börsengang sieht man oft, dass eine Aktie konsolidiert“, erklärt er. „Frühe Investoren verkaufen, neue Anleger bauen Positionen auf. Die Aktie crasht nicht – sie stabilisiert sich.“
Er vergleicht den aktuellen Markt mit dem Auslaufen von Lock-up-Perioden nach einer Börsennotierung, wenn die ersten Aktionäre ihre Positionen verkaufen dürfen. Das sorgt vorübergehend für Druck, festigt aber auf lange Sicht das Fundament des Marktes.
„Die Stimmung ist schlecht, aber das gehört dazu. Jetzt ist der Moment, in dem Eigentum von Visionären auf institutionelle Investoren übergeht.“
„In einem echten Bärenmarkt gibt es keine Käufer“, sagt Visser. „Der Preis bricht ein, weil alle rauswollen. Doch was wir jetzt sehen: Bitcoin konsolidiert, nicht crasht. Jeder Rücksetzer wird gekauft. Das ist keine Schwäche, das ist Stärke.“
Visser rechnet damit, dass diese „Bitcoin-IPO“ noch sechs bis achtzehn Monate dauert. Sobald die Eigentumsverteilung breit genug gestreut ist, werde der Markt seiner Ansicht nach weniger volatil.
„Rechnet vorerst weiter mit Konsolidierung“, warnt er. „Der Kurs wird die Menschen weiter frustrieren, weil er nicht mit anderen riskanten Anlagen mitläuft. Doch sobald der Prozess abgeschlossen ist, beginnt der Anstieg – ohne Vorwarnung.“
„Die guten Nachrichten sind bereits da. Der Markt muss es nur noch erkennen.“
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