Die harte Korrektur des Bitcoin-Kurses könnte sich in der Endphase befinden. Das sagt Brett Munster, Fondsmanager bei Blockforce Capital, der mehrere Krypto-Marktzyklen miterlebt hat. Bitcoin hat seit Oktober fast die Hälfte seines Wertes verloren, erholte sich jedoch am Freitag um etwa 5 % auf 73.800 $. Munster zufolge deuten mehrere Indikatoren darauf hin, dass das Schlimmste überstanden ist.

Warum der Boden wahrscheinlich nah ist

Munster beobachtet vier Indikatoren, die in früheren Zyklen zuverlässig anzeigten, wann Bitcoin sich einem Boden nähert. Einer davon sendet bereits ein Signal: der MVRV Z-Score. Dieser vergleicht den aktuellen Marktwert von Bitcoin mit dem durchschnittlichen Preis, zu dem Coins zuletzt auf der Blockchain bewegt wurden. Bei einem niedrigen Score ist Bitcoin günstig im Vergleich zu dem, was Investoren durchschnittlich bezahlten. Der Score steht derzeit bei 0,38. Unter 0,4 handelte Bitcoin historisch gesehen zu relativ niedrigen Bewertungen.

Zwei weitere Indikatoren deuten auf eine mögliche Bodenphase zwischen 54.000 $ und 58.000 $ hin. Das entspricht dem realisierten Preis, dem durchschnittlichen Kaufpreis aller Bitcoins auf der Blockchain (54.000 $), und dem 200-Wochen-Durchschnitt (58.000 $), einem Niveau, das in früheren Zyklen stets als Sicherheitsnetz fungierte. Bitcoin fiel im Februar kurzzeitig auf 60.000 $, was bedeutet, dass der Markt dieser Zone bereits nahe war.

Hinzu kommt, dass die Rückgänge von Bitcoin von Spitze zu Boden in jedem Zyklus weniger tief werden. Dies deutet auf einen reiferen Markt mit mehr Liquidität und institutioneller Teilnahme hin. Basierend auf all diesen Signalen sieht Munster eine Akkumulationszone zwischen 45.000 $ und 60.000 $, eine Zone, in der kluge Investoren allmählich Positionen aufbauen.

Erste Anzeichen von neuem Kapital

Für eine nachhaltige Erholung ist neue Nachfrage erforderlich, und diese beginnt sichtbar zu werden. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs ziehen nach Monaten von Abflüssen wieder Kapital an. Im vergangenen Monat flossen mehr als 1,6 Milliarden $ in Fonds wie BlackRocks IBIT und VanEcks HODL.

Das ist bedeutend, denn sobald der Verkaufsdruck nachlässt, kann selbst ein relativ bescheidener Zufluss den Kurs schnell in die Höhe treiben. Munster erwartet, dass eine mögliche Wende in der Jahresmitte sichtbar wird.

Nicht auf den perfekten Moment warten

Munster betont, dass das Timing des exakten Bodens nahezu unmöglich ist. In der vorherigen Baisse lag der Unterschied zwischen einem Kauf bei 19.000 $ und dem endgültigen Tiefpunkt von 15.600 $ für Langzeit-Investoren relativ gering.

Sein Rat ist daher einfach: Positionen schrittweise aufbauen, anstatt auf den perfekten Einstiegszeitpunkt zu warten. Seiner Meinung nach verschiebt sich das Risiko allmählich wieder zugunsten der Käufer. Wer in solchen Phasen einsteigt, verpasst möglicherweise den exakten Boden, aber profitiert in der Regel vom größten Teil der Erholung.

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