Könnte Bitcoin auf 10.000 Dollar zurückfallen? Laut Mike McGlone, Analyst bei Bloomberg Intelligence, ist dieses Szenario realistischer, als viele Anleger denken. Er argumentiert, dass der enorme Kursanstieg der letzten Jahre fast ausschließlich durch billiges Geld getrieben wurde. Da diese Geldflut nun endet, könnte der Kurs laut ihm auf das Niveau vor der Corona-Pandemie zurückfallen.
Anstieg auf Basis von billigem Geld
McGlone schrieb auf X, dass Bitcoin vor den Geldspritzen der Jahre 2020 und 2021 um die 10.000 Dollar gehandelt wurde. Diese Niveaus entsprachen seiner Meinung nach dem tatsächlichen Wert von Bitcoin in einem Umfeld ohne künstlich lockere Geldpolitik.
Während der Corona-Jahre pumpten Zentralbanken weltweit beispiellose Geldmengen in die Wirtschaft. Die Zinsen sanken auf null, Liquidität floss in risikoreiche Anlagen und Bitcoin profitierte überdurchschnittlich davon. Der Kurs stieg von etwa 10.000 Dollar im Jahr 2020 auf ein Rekordhoch von über 126.000 Dollar im Oktober 2025.
Da diese Politik nun rückgängig gemacht wird, die Zinsen steigen und die finanziellen Bedingungen sich zuspitzen, fällt laut McGlone die Basis für diesen Kursanstieg weg. Seine provokante, aber einfache Schlussfolgerung lautet: Ohne billiges Geld ist Bitcoin nur einen Bruchteil dessen wert, was er derzeit kostet.
Ölpreis verschärft die Lage
Die aktuelle Situation unterstützt diese Sichtweise. Durch den Krieg mit Iran ist der Ölpreis explodiert. WTI liegt inzwischen über 110 Dollar pro Barrel und Brent bei etwa 109 Dollar. Das treibt die Inflationserwartungen in die Höhe.
Der Kobeissi Letter prognostiziert, dass die Inflation in den USA auf 3,6 Prozent ansteigen könnte, wenn der Ölpreis auf diesem Niveau bleibt. Höhere Inflation bedeutet weniger Spielraum für Zinssenkungen und erhöhten Druck auf genau die Risikoanlagen, zu denen Bitcoin gehört.
Trumps jüngste Rede zu Iran verschärfte die Stimmung weiter. Anleger hofften auf Deeskalation, erhielten jedoch weitere Drohungen. Der Nasdaq verlor über 2 Prozent und auch Bitcoin rutschte Anfang der Woche erneut Richtung 66.000 Dollar.
Trader werden hart getroffen
Die Volatilität trifft nicht nur Langzeitanleger. In den letzten 24 Stunden wurden Krypto-Positionen im Wert von über 400 Millionen Dollar laut CoinGlass liquidiert. Sowohl Long- als auch Short-Positionen wurden von den starken Kursbewegungen betroffen.
Nicht alle sind sich einig
McGlones Sichtweise ist eine Ausnahme. Die meisten Analysten erwarten keinen Rückfall auf 10.000 Dollar. Strukturelle Veränderungen wie die Einführung von Spot-ETFs, zunehmende institutionelle Akzeptanz und die Rolle von Unternehmen wie Strategy, die kontinuierlich Bitcoin kaufen, geben dem Markt ein anderes Fundament als 2020.
Doch sein Kernpunkt ist schwer zu ignorieren: Wenn die Ära des billigen Geldes endgültig vorbei ist und sich die finanziellen Bedingungen weiter verschärfen, stellt sich die Frage, wie viel von Bitcoins aktuellem Wert auf eigenen Füßen stehen kann. Diese Frage gewinnt an Bedeutung, da der Ölpreis die Inflation antreibt und die Fed wenig Spielraum zur Lockerung hat.
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