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Nach einer monatelangen Rally, in der Gold neue Rekorde über 4.400 Dollar je Unze markierte, scheint dem Edelmetall vorerst die Luft auszugehen. Der Preis ist inzwischen unter die Marke von 4.000 Dollar gefallen und befindet sich nach Ansicht von Analysten in einer klaren Konsolidierungsphase – einer Seitwärtsbewegung nach einem langen Anstieg. Das könnte Bitcoin (BTC) die Chance geben, etwas Boden gutzumachen.
Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass das Momentum nachgelassen hat. Der MACD hat auf ein Verkaufssignal gedreht, und auch der stochastische Oszillator zeigt Abwärtsdruck.
Laut Marktanalystin Katie Stockton bedeutet das nicht das Ende der Gold-Rally, wohl aber eine längere Pause. „Wir befinden uns in einer Ruhephase, die sich bis weit ins Jahr 2026 hinziehen kann, bevor ein neuer Aufwärtsausbruch kommt“, so Stockton.

Nach einem Anstieg von über 55 Prozent in diesem Jahr war Gold aus Sicht vieler Analysten schlicht überhitzt. Eine Korrektur lag auf der Hand. Stockton verweist auf das Niveau von 3.927 Dollar als erste wichtige Unterstützung, gefolgt vom 50-Tage-Durchschnitt bei rund 3.766 Dollar. Solange diese Marke hält, bleibt der übergeordnete Trend ihrer Ansicht nach positiv.
Das jüngste Hoch bei 4.358 Dollar markiert vorerst die Obergrenze der neuen Handelsspanne. „Das ist kein Einbruch, sondern ein technischer Reset“, sagt Stockton. „Sobald der Markt sein Gleichgewicht wiederfindet, kann Gold später in eine neue Aufwärtsphase übergehen.“
Auch der Goldminensektor zeigt ähnliche Schwächesignale. Newmont Corp. (NEM), der weltweit größte Goldproduzent, ist erstmals seit elf Monaten unter seinen 50-Tage-Durchschnitt gefallen. Die nächste Unterstützung liegt bei rund 75 Dollar, im Einklang mit dem 38,2-Prozent-Fibonacci-Niveau. Falls diese Marke bricht, wartet bei 60 Dollar – dem 200-Tage-Durchschnitt – eine tiefere Unterstützung.
Der Rückgang spiegelt wider, dass viele Anleger nach dem außergewöhnlich starken Lauf zu Jahresbeginn Gewinne mitgenommen haben.
Derweil läuft andernorts eine interessante Debatte über Gold. Die Zentralbank der Philippinen (BSP) erwägt, einen Teil ihrer umfangreichen Goldreserven zu veräußern.
Auf dem Bloomberg Business Summit in Kuala Lumpur erklärte der frühere Gouverneur Benjamin Diokno, die aktuelle Goldposition der BSP sei „schon zu groß“. Gold macht derzeit rund 13 Prozent der Gesamtreserven von 109 Milliarden Dollar aus – deutlich mehr als bei anderen Zentralbanken in der Region.
„Das ideale Verhältnis liegt zwischen 8 und 12 Prozent“, sagte Diokno. „Wir haben viel Gold um die 2.000 Dollar je Unze gekauft. Sollte man da nicht erwägen, jetzt zu verkaufen? Was, wenn der Preis fällt?“
Seine Bemerkung legte eine interne Uneinigkeit innerhalb der Zentralbank offen. Der amtierende Gouverneur Eli Remolona stellte Anfang des Jahres klar, dass die BSP nicht auf Goldpreise spekuliere. „Gold ist risikoreich und die durchschnittliche Rendite ist negativ“, sagte er. „Wir nutzen es ausschließlich als Absicherung innerhalb unserer Reserven.“
Die philippinische Zentralbank geriet 2024 in die Kritik, als sie Gold verkaufte, kurz bevor der Preis stark anzog. Dennoch verteidigte die Bank diese Entscheidung als Teil ihrer Strategie des „aktiven Managements“ und betonte, man jage keinen Preissteigerungen hinterher.
Seither hat die BSP ihre Reserven breiter gestreut. Ein kleiner Teil des Goldbestands wird nun in Frankreich verwahrt, während der Großteil in London verbleibt. Zudem prüft die Bank eine breitere Diversifizierung ihrer Währungsreserven: Neben dem US-Dollar will man mehr in Euro halten und möglicherweise zu Positionen in japanischem Yen und australischem Dollar zurückkehren.
Sollten Zentralbanken wie die der Philippinen sich zum Verkauf von Gold entschließen, könnte das zusätzlichen Druck auf den Preis ausüben – und der Bitcoin Kurs womöglich helfen. In den vergangenen Monaten litt Bitcoin jedenfalls unter der Gold-Rally. Das könnte sich nun umkehren.
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