Der US-Techsektor hat heute an der Börse einen Dämpfer bekommen. Unerwartete Zahlen von Microsoft sorgten für Unruhe unter Anlegern und setzten die Nasdaq deutlich unter Druck. Die Zweifel rund um den AI-Hype nehmen zu. Ist das berechtigt?
Microsoft senkt Verkaufsziele für AI
Der Nasdaq-100-Index, in dem die größten US-Techkonzerne vertreten sind, eröffnete mit einem kräftigen Minus von 200 Punkten bei 25.400. Inzwischen zeichnet sich eine Erholung in Richtung 25.620 Punkte ab.

Laut Analyst TrendSpider kam der Rückschlag, nachdem bekannt wurde, dass Microsoft die Verkaufsziele für AI-Software nach unten korrigiert hat. Die Tech-Riesen-Aktie verlor daraufhin 1,31 Prozent. Auch andere Schwergewichte gerieten unter Druck: Amazon gab um gut ein Prozent nach, Meta schloss 0,43 Prozent tiefer.
Aus den neuesten Quartalszahlen geht hervor, dass viele Vertriebsmitarbeiter von Microsoft ihre Ziele verfehlen. Das Unternehmen senkt deshalb die internen Quoten für bestimmte AI-Produkte. Diese Anpassung nährt den Verdacht, dass Unternehmen bei der Einführung von künstlicher Intelligenz zurückhaltender sind als bislang angenommen.
Die Korrektur an der Börse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Zweifel am AI-Hype zunehmen. Tech-Giganten wie Microsoft und Nvidia stecken Milliarden in AI-Infrastruktur, doch die tatsächlichen Erträge bleiben hinter den Erwartungen zurück.
Reuters berichtete, dass Microsoft im abgelaufenen Quartal mehr als 35 Milliarden Dollar in die Entwicklung von AI investiert hat. Zugleich wächst die Kluft zwischen Investitionen und realer Nutzung – und das erhöht den Druck auf den Markt.
Michael Burry warnt vor AI-Blase
Die Kritik an AI ist nicht neu. Michael Burry, bekannt aus The Big Short, zieht Parallelen zur Dotcom-Blase Anfang der 2000er-Jahre. Seiner Ansicht nach fließen erneut Milliarden in Versprechen ohne direkten Ertrag.
Burry sieht Probleme auf drei Ebenen. Erstens hält er die Erwartungen an AI-Hardware für deutlich überzogen. Unternehmen kaufen massenhaft Chips und Server, doch deren Einsatz bleibt zurück. Zweitens übt er scharfe Kritik am Aktienrückkaufprogramm von Nvidia, das seiner Meinung nach den Kurs künstlich stützt. Und drittens geht er davon aus, dass die Lebensdauer der GPU von Nvidia zu optimistisch angesetzt wird – was dazu führt, dass Wertverluste in den Bilanzen unterschätzt werden.
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