Bitcoin (BTC) wird in diesem Bullenmarkt auffällig oft von langfristigen Inhabern verkauft. Das Analyseunternehmen CryptoQuant beobachtet, dass sich rekordverdächtige Mengen alter Coins in Bewegung setzen, während der Markt sich ganz anders präsentiert als 2017 oder 2021.
Alte Bitcoins werden mobilisiert
Das geht aus einer neuen Untersuchung zur sogenannten ‚revived supply‘ hervor. Dabei handelt es sich um Coins, die jahrelang unberührt blieben und jetzt plötzlich bewegt oder verkauft werden. Besonders auffällig sind Coins, die mindestens zwei Jahre lang nicht angefasst wurden.
Seit 2024 werden immer mehr dieser jahrelang ruhenden Bitcoins reaktiviert.

„Auffällig ist, dass 2024 und 2025 das höchste jährliche Aufkommen an revived supply in der Geschichte aufweisen“, schreibt Analyst Kripto Mevsimi. Diese Jahre spiegeln damit die Verteilung zum Ende des Bullenmarkts 2017 wider, als Bitcoin bei rund 20.000 Dollar seinen Höhepunkt erreichte.
Dennoch ist das Bild laut CryptoQuant grundlegend anders.
In früheren Zyklen ging der Verkauf alter Bitcoins mit Euphorie, Spekulation und hohen Volumina einher. Genau das fehlt in weiten Teilen des aktuellen Bullenmarkts. „Dies ist keine einfache Wiederholung von 2017 oder 2021“, betont Kripto Mevsimi.
Eigentlich haben wir das nur kurz nach dem Wahlsieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen erlebt. Bitcoin, aber vor allem Altcoins wie Ripple (XRP) schossen damals in die Höhe.
Der entscheidende Unterschied liegt laut CryptoQuant im Alter der verkauften Coins. Der aktuelle Verkauf erfolgt relativ häufiger von sehr alten Bitcoins, während der Markt insgesamt bemerkenswert ruhig bleibt.
Das legt nahe, dass langfristige Inhaber ihre Positionen neu bewerten, ein Prozess, der begann, als Bitcoin die 40.000-Dollar-Marke überschritt.
Bitcoin in einer Übergangsphase
Die Bewegung alter Coins ist seit Monaten ein wichtiges Gesprächsthema in den Bitcoin-Nachrichten. Gleichzeitig schneidet Bitcoin seit Ende 2025 deutlich schlechter ab als andere große Anlagekategorien. Während der Bitcoin-Kurs stark gefallen ist, sind bekannte Aktienindizes im Wert gestiegen. Und Edelmetalle erleben ohnehin Rückenwind.
Das nährt Zweifel am bekannten Vier-Jahres-Kursmuster. Wie in früheren Zyklen erreichte Bitcoin im vierten Quartal des Jahres nach der Halving seinen Höhepunkt. Dieses Mal geschah das Anfang Oktober mit einem Kurs knapp über 126.000 Dollar. Das wirkt bereits wie eine Ewigkeit her.
Würde sich die Geschichte wiederholen, stünde uns ein schwieriges Jahr bevor. In einem Diagramm des Analysten Nebraskangooner ist zudem zu sehen, wie erschreckend nahe die aktuelle Kursbewegung an die der Bullenmarkt-2021-Kurve heranreicht.
Allerdings zeigen die jüngsten Daten, dass der Verkaufsdruck von langfristigen Inhabern Anfang dieses Jahres etwas nachgelassen hat. Es bleibt abzuwarten, ob der Kurs davon tatsächlich profitieren kann.
„Bitcoin durchläuft nicht nur einen Preiskreislauf, sondern möglicherweise auch eine Verschiebung in der Besitzstruktur und den Gründen für den Besitz. Das Verhalten der langfristigen Inhaber ist dabei eines der deutlichsten On-Chain-Signale für diese Veränderung“, resümiert CryptoQuant.
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