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Millionen Barrel Öl wurden an diesem Wochenende trotz der Behauptung Irans, dass die wichtige Wasserstraße erneut geschlossen sei, durch die Straße von Hormus transportiert. Dies steht in auffälligem Kontrast zu den Aussagen der USA, die berichten, dass der Schiffsverkehr größtenteils ungehindert weiterläuft.

Diese Entwicklungen finden statt, während US-amerikanische und iranische Unterhändler in der Schweiz Gespräche über eine mögliche Friedenslösung aufgenommen haben. Gleichzeitig versuchen Händler, Reedereien und Energieunternehmen einzuschätzen, wie sicher die Passage durch eine der wichtigsten Ölrouten der Welt noch ist.

USA und Iran widersprechen sich

Laut Daten von Schifffahrtsdiensten passierten am Samstag und Sonntag mehrere vollbeladene Öltanker die Straße von Hormus. Einige Schiffe nutzten dabei eine Route entlang der Küste von Oman und verschwanden zeitweise von den Radarschirmen, indem sie ihre automatischen Identifikationssysteme abschalteten.

Das US-amerikanische Central Command meldete am Samstag, dass mehr als 17 Millionen Barrel Öl die Wasserstraße passiert hätten, trotz Berichten in iranischen Medien, wonach die Durchfahrt geschlossen sei.

Auch ein gemeinsames Informationszentrum internationaler Marinen hatte zuvor mitgeteilt, dass Schiffe die südliche Route entlang Oman Tag und Nacht nutzen können. Dabei dürften die Schiffe ihre Transponder gewöhnlich eingeschaltet lassen.

Wenn diese Informationen stimmen, scheint Iran weniger Kontrolle über die Wasserstraße zu haben, als es öffentlich behauptet.

Öltanker nutzen weiterhin die Route entlang Oman

Unter den gesichteten Schiffen befindet sich die Gulf Sunrise, ein Supertanker mit rund zwei Millionen Barrel saudi-arabischem Öl an Bord, das für Japan bestimmt ist. Auch andere große Tanker wurden auf der südlichen Route entlang Oman beobachtet.

Zusätzlich wurden mehrere leere Tanker und LNG-Schiffe gesichtet, die in den Persischen Golf einliefen. Das deutet darauf hin, dass die Energieströme vorerst weitgehend intakt bleiben.

Einige Tanker fuhren sichtbar mit eingeschalteten Ortungssystemen, während andere temporär „dunkel“ gingen. Dies kommt in der Region häufiger vor, wenn Schiffe sensible Routen passieren oder Öl auf andere Tanker umladen möchten, ohne viel Aufmerksamkeit zu erregen.

Verhandlungen zwischen USA und Iran unterstreichen die Bedeutung von Hormus

Die Debatte über den Status der Straße von Hormus kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die USA und Iran haben neue Verhandlungen über ein umfassenderes Abkommen zu Sicherheit, regionalen Spannungen und dem iranischen Nuklearprogramm aufgenommen.

Für den Ölmarkt steht viel auf dem Spiel. Rund ein Fünftel aller weltweiten Öl- und Gastransporte passieren die Straße von Hormus. Eine tatsächliche Schließung könnte die globalen Energiepreise erheblich ansteigen lassen.

Vorerst scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein. Trotz der drohenden Rhetorik aus Teheran nutzen Öltanker weiterhin die Route, und Öl erreicht den Weltmarkt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Risiken verschwunden sind. Zuvor wurde noch über eine mögliche Seemine entlang der südlichen Route berichtet. Außerdem bleibt unklar, ob Iran in den kommenden Tagen weitere Maßnahmen ergreifen wird, falls die Gespräche mit Washington keine Fortschritte erzielen.

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