Der Kurs von XRP steht seit Wochen unter Druck und hat innerhalb kurzer Zeit über dreißig Prozent seines Wertes verloren. Während geopolitische Spannungen zunehmen und Handelszölle erneut für Unruhe auf den Finanzmärkten sorgen, häufen sich auch die On-Chain-Signale.
Große Investoren verlagern Millionen XRP auf Börsen, und realisierte Verluste steigen dramatisch an. Dennoch sehen einige Analysten in dieser Panikphase Anzeichen für einen möglichen Boden.
XRP-Kurs belastet durch Aktivitäten von Großinvestoren
Der starke Rückgang des XRP-Kurses liegt nicht nur an der schwachen Marktlage. Auch hinter den Kulissen passiert viel. Große Investoren, sogenannte Wale, haben in kurzer Zeit enorme Mengen XRP auf Börsen verschoben. Das sorgt für Unruhe.
Analyst Darkfost berichtet, dass an einem Tag über 31 Millionen XRP an Binance geschickt wurden. Das entspricht etwa 45 Millionen Dollar an potenziellem Verkaufsdruck. Solche Summen ziehen sofort die Aufmerksamkeit der Händler auf sich.
Besonders bemerkenswert ist, wer hinter diesen Transaktionen steckt. Der Großteil des Zuflusses kam von Wallets mit mehr als einer Million XRP. Diese Gruppe war für über 14 Millionen Token verantwortlich. Auch Adressen mit zwischen 100.000 und einer Million XRP trugen erheblich bei. Kleinere Inhaber spielten nur eine Nebenrolle.
Wenn große Mengen XRP auf Handelsplattformen transferiert werden, wächst die Angst vor zusätzlichem Verkaufsdruck. Anleger wissen, dass dies oft ein Vorbote für einen weiteren Rückgang sein kann. Gleichzeitig ist es wichtig, dies differenziert zu betrachten. Eine Überweisung an eine Börse bedeutet nicht automatisch, dass sofort verkauft wird. Tokens können auch vorübergehend verschoben oder als Sicherheit verwendet werden.
Dennoch steigt der Druck weiter an. Die Transaktionen fallen mit einem anderen besorgniserregenden Signal zusammen. Daten der Analyseplattform Santiment zeigen, dass die realisierten Verluste bei XRP auf das höchste Niveau seit 2022 angestiegen sind. Das bedeutet, dass viele Investoren ihre Tokens mit Verlust verkaufen.
Ein solcher Verlusthöhepunkt deutet oft auf Kapitulation hin. Investoren verlieren das Vertrauen und reduzieren ihre Positionen, selbst zu niedrigeren Preisen. Genau dieser Moment, in dem die meisten schwachen Hände den Markt verlassen, markiert historisch oft den Beginn einer neuen Phase.
Kapitulationsphase könnte Boden für XRP schaffen
Historisch gesehen treten solche extremen Verlustspitzen oft auf, wenn ein Kurs nahezu „ausverkauft“ ist. Das bedeutet, dass viele Anleger, die verkaufen wollten, dies bereits getan haben. Die Panik ist dann weitgehend aus dem Markt verschwunden. In einer solchen Situation kann bereits ein relativ kleiner Anstieg des Kaufinteresses zu einem merklichen Kursanstieg bei XRP führen.
Das geschah auch zuvor. Bei einer vergleichbaren Spitze realisierter Verluste vor fast drei Jahren erholte sich XRP in den darauf folgenden Monaten kräftig. Der Kurs stieg letztlich um mehr als hundert Prozent. Das bedeutet nicht, dass sich die Geschichte zwangsläufig wiederholt, aber es zeigt, dass extreme Panik manchmal tatsächlich ein Wendepunkt sein kann.

Ein weiteres Signal, das Analysten beobachten, ist der sogenannte MVRV-Indikator. Dieser vergleicht den aktuellen Marktwert von XRP mit dem durchschnittlichen Kaufwert aller im Umlauf befindlichen Tokens. Wenn dieses Verhältnis niedrig ist, bedeutet das, dass viele Anleger auf dem Papier Verluste erleiden. In früheren Zyklen stellte sich dies oft als Phase heraus, in der der Verkaufsdruck allmählich nachließ und Raum für Erholung entstand.
Trotzdem ist Vorsicht geboten. Keine Marktzyklus gleicht dem anderen. Faktoren wie die globale wirtschaftliche Unsicherheit, Liquidität am Markt und das allgemeine Anlegerstimmung spielen eine große Rolle. Was in der Vergangenheit funktioniert hat, muss nicht zwangsläufig erneut eintreten.
Zudem bewegt sich XRP weiterhin stark im Einklang mit dem breiteren Kryptomarkt. Trotz Entwicklungen innerhalb des Ripple-Ökosystems gelingt es der Coin nicht, sich von der allgemeinen Schwäche abzukoppeln. Auch der rückläufige Zufluss in XRP-bezogene ETF-Produkte deutet darauf hin, dass große Akteure derzeit zurückhaltend sind.
Die kommende Zeit wird daher entscheidend. Setzt sich der Verkaufsdruck fort, könnte die Korrektur sich weiter vertiefen. Doch wenn der Markt tatsächlich die Kapitulationsphase hinter sich lässt, könnte eine unerwartete Erholung schneller folgen, als viele Anleger derzeit zu erwarten wagen.
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