Anleger ziehen sich massenhaft aus Krypto-ETFs zurück. Sowohl Bitcoin, Ethereum als auch XRP erleiden deutliche Verluste, da Kursrückgänge und Zinsängste die Marktstimmung dämpfen.
XRP-Kurs unter Druck: Größter ETF-Abfluss aller Zeiten
Die amerikanischen XRP Exchange Traded Funds (ETFs) verzeichneten gestern einen Abfluss von 92,92 Millionen Dollar. Dies ist der höchste Betrag seit ihrer Einführung im November 2025, wie Daten der Analyseplattform SoSoValue zeigen.
Der Abfluss fällt mit einem starken Kursrückgang von XRP selbst zusammen. In den letzten 24 Stunden hat die Coin 8,1 Prozent an Wert verloren. Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt der XRP-Kurs bei 1,75 Dollar.
Laut CoinGecko hat XRP damit seinen niedrigsten Stand seit Dezember 2024 erreicht. Seit dem Allzeithoch von 3,65 Dollar im Juni ist die digitale Coin damit um fast 52 Prozent gefallen.

Auch Bitcoin und Ethereum unter Druck
Nicht nur XRP-Fonds kämpfen mit Abflüssen. Die amerikanischen Bitcoin-ETFs verzeichneten ein gemeinsames Minus von 817,8 Millionen Dollar, den vierthöchsten Abfluss-Tag aller Zeiten. Ethereum (ETH)-Fonds verloren 155,7 Millionen Dollar.
Dieser negative Trend fällt mit einem breiteren Rückgang auf dem Kryptomarkt zusammen, wobei die Angst vor einer strafferen Geldpolitik die Anleger nervös macht.
Warsh-Nominierung sorgt für Nervosität
Ein möglicher Grund für den aktuellen Ausverkauf ist die steigende Wahrscheinlichkeit, dass Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell zum Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed) ernannt wird. Warsh ist bekannt für seine strikte Haltung gegenüber Inflation und seine Kritik an einer lockeren Geldpolitik.
Anna Wong, Chefökonomin bei Bloomberg, betonte letzte Woche auf X, dass Warsh selbst während der Finanzkrise besorgt über steigende Inflation blieb. Aus Sicht der Anleger macht ihn das zu einem ausgesprochen ungünstigen Kandidaten.
Der Makroanalyst Alex Krüger sieht hingegen, dass Warsh das Produktivitätswachstum durch Künstliche Intelligenz (KI) als Bremse für die Inflation ansieht, was durchaus Spielraum für deutliche Zinssenkungen bieten könnte. Gleichzeitig ist Warsh laut Krüger jedoch vehement gegen quantitative Lockerung (QE) und will die Bilanz der Fed stark verkleinern.
Wenn Warshs Politik letztlich auf eine weniger lockere Geldpolitik hinausläuft, bedeutet das weniger Liquidität in den Märkten und somit auch weniger Kapital für risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen. Investoren scheinen sich bereits darauf vorzubereiten, indem sie ihre Positionen abbauen.
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