Bei XRP passiert etwas Auffälliges. Während der Kurs um 1,37 Dollar schwankt, setzen Händler vermehrt auf einen Rückgang. Gleichzeitig ziehen große Investoren Hunderte Millionen Dollar in XRP von den Börsen ab. Diese beiden Signale scheinen sich zu widersprechen, könnten jedoch zusammen eine bedeutende Kursbewegung ankündigen.
Der Markt setzt klar auf Kursrückgang
An Kryptobörsen kann man nicht nur Kryptowährungen kaufen, sondern auch auf Kursbewegungen wetten. Wer glaubt, dass XRP fällt, eröffnet eine sogenannte Short-Position. Wer von einem Kursanstieg ausgeht, eröffnet eine Long-Position.
Derzeit sind die Short-Positionen bei XRP 163% größer als die Long-Positionen. Das bedeutet, dass mehr als 2,5-mal so viel Geld auf einen Kursrückgang gesetzt wurde als auf einen Anstieg. Oberhalb des aktuellen Kurses liegt eine Short-Leverage von 110 Millionen Dollar, von der mehr als die Hälfte bei etwa 1,39 Dollar konzentriert ist.
Zusammengefasst: Die Mehrheit der Händler erwartet, dass XRP weiter sinkt.
Große Investoren handeln entgegengesetzt
Während Händler auf einen Kursrückgang setzen, ziehen große Investoren ihr XRP von den Börsen ab. In den vergangenen Tagen sind XRP im Wert von 738 Millionen Dollar von Handelsplattformen in private Wallets geflossen.
Warum ist das relevant? Wer seine Coins auf einer Börse lässt, kann sie schnell verkaufen. Wer sie jedoch in eine eigene Wallet transferiert, plant in der Regel keinen kurzfristigen Verkauf. Dies deutet darauf hin, dass große Akteure ihr XRP behalten möchten.
Weniger Coins auf Börsen bedeuten auch ein geringeres Angebot. Und weniger Angebot bei gleichbleibender Nachfrage kann den Kurs ansteigen lassen.
Warum diese Kombination explosiv sein kann
Hier wird es interessant. Angenommen, der Kurs steigt unerwartet, etwa durch gute Nachrichten zum Iran-Konflikt oder eine breitere Krypto-Rally. Dann geraten all diese Short-Positionen unter Druck.
Händler, die short sind und Verluste machen, werden irgendwann automatisch von der Börse aus ihrer Position genommen. Das nennt man eine Liquidation. Um diese Position zu schließen, muss die Börse XRP zurückkaufen. Das erzeugt zusätzlichen Kaufdruck, was den Kurs weiter steigen lässt, wodurch noch mehr Shorts liquidiert werden.
Dieser Schneeballeffekt wird als Short Squeeze bezeichnet. Mit 163% mehr Shorts als Longs und immer weniger XRP auf den Börsen sind die Voraussetzungen dafür gegeben.
Keine Garantie, aber das Ungleichgewicht ist extrem
Ein Short Squeeze ist keine Gewissheit. Sollte der Kurs statt zu steigen fallen, profitieren die Short-Inhaber. Doch die aktuelle Situation ist außergewöhnlich unausgewogen: Die Mehrheit setzt auf einen Rückgang, während große Wallets horten.
Dieses Muster haben wir bei XRP schon früher beobachtet. In ähnlichen Situationen folgte oft eine starke Kursbewegung von 15 bis 25% innerhalb weniger Tage. Der Auslöser kann vielfältig sein: ein Durchbruch im Iran-Konflikt, eine Bitcoin-Rally über 72.000 Dollar oder schlicht das Erreichen eines Liquidationsniveaus.
XRP handelt derzeit um 1,38 Dollar. Über 1,44 Dollar wird es für die Short-Inhaber wirklich spannend.
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