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Der XRP-Kurs ist am Dienstag erneut unter die wichtige Marke von 1 Dollar gefallen. Der Coin gab innerhalb von 24 Stunden um gut ein Prozent nach, auf Wochensicht beträgt das Minus mehr als zwei Prozent. Damit entwickelt sich XRP derzeit schwächer als andere große Kryptowährungen.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Ripple hat gerade erst eine große neue Kooperation bekannt gegeben. Die südkoreanische Jeonbuk Bank will Ripple Payments für internationale Zahlungen nutzen. XRP kann davon bislang jedoch kaum profitieren.
Ripple baut seine Präsenz in Südkorea weiter aus. Die Jeonbuk Bank wird die erste Regionalbank des Landes, die Ripple Payments für internationale Zahlungen einsetzt. Das Institut ist vor allem in der südwestlichen Provinz Jeonbuk aktiv und besteht seit 1969.
Mit der Technologie will die Jeonbuk Bank internationale Zahlungen schneller abwickeln. Solche Transaktionen laufen normalerweise über das SWIFT-Netzwerk und mehrere Korrespondenzbanken. Dadurch kann es mitunter Tage dauern, bis Geld beim Empfänger ankommt.
Nach Angaben von Ripple soll das über Ripple Payments innerhalb weniger Sekunden bis Minuten möglich sein. Zudem ist das System rund um die Uhr verfügbar. Die Jeonbuk Bank will den Dienst Geschäftskunden anbieten, darunter Importeure, Exporteure, IT-Start-ups und Anbieter von Online-Inhalten.
Die Vereinbarung ist Teil eines breiteren Vorstoßes von Ripple in Südkorea. Es ist bereits die dritte Kooperation, die das Kryptounternehmen dort in diesem Jahr abschließt. Zuvor hatte Ripple Partnerschaften mit dem Versicherer Kyobo Life Insurance und der Internetbank Kbank für Dienstleistungen rund um die Verwahrung digitaler Vermögenswerte und Wallet-Infrastruktur geschlossen.
Nach Einschätzung von Fiona Murray, Asien-Pazifik-Chefin bei Ripple, zeigt die Zusammenarbeit, dass südkoreanische Finanzinstitute digitale Vermögenswerte und die dafür nötige Infrastruktur zunehmend ernst nehmen.
Genau hier liegt ein wichtiger Punkt für XRP-Anleger. Ripple teilte nicht mit, welchen digitalen Vermögenswert die Jeonbuk Bank tatsächlich für die Zahlungen nutzen wird.
Ripple beschreibt den Dienst als System für nahezu sofortige internationale Zahlungen mit Stablecoins, nennt XRP aber nicht als Zahlungsmittel.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Eine neue Partnerschaft für Ripple bedeutet nicht automatisch, dass auch die Nachfrage nach XRP steigt.
Ripple setzt seit dem vergangenen Jahr zudem immer stärker auf Ripple USD (RLUSD), den eigenen an den Dollar gekoppelten Stablecoin, für institutionelle Zahlungen.
Diese Verschiebung zeigt sich auch auf dem XRP Ledger. Dort liegen inzwischen rund 1,38 Milliarden Dollar an tokenisierten Sach- und Finanzwerten. Davon entfallen etwa 845 Millionen Dollar auf RLUSD. Der Stablecoin steht damit für mehr als 60 Prozent des Gesamtwerts dieser Vermögenswerte im Netzwerk.
Ripple gewinnt also weiter neue Banken und Finanzinstitute. Solange XRP selbst in diesen Diensten jedoch keine klare Rolle erhält, muss sich das nicht unmittelbar positiv auf den XRP-Kurs auswirken.
Unterdessen wirkt das technische Bild des XRP-Kurses deutlich schwächer. Im vergangenen Jahr erreichte der Coin noch Niveaus oberhalb von 3 Dollar. Im August rutschte der Kurs immer weiter in Richtung 1 Dollar, inzwischen wurde auch diese psychologisch wichtige Marke unterschritten.
Viele Trader setzen dennoch weiterhin auf eine Erholung. Das offene Volumen bei XRP-Terminkontrakten beläuft sich in dieser Woche auf rund 2,78 Milliarden Dollar.
Auf Binance kommen zudem mehr als drei Konten mit Long-Position auf ein Konto mit Short-Position. Auch auf OKX zeigt sich ein ähnliches Verhältnis. Viele Trader setzen damit weiter auf einen steigenden XRP-Kurs.
Dieser Optimismus steht im Kontrast zur Stimmung in den sozialen Medien. Dort ist das Sentiment rund um XRP inzwischen negativer als zu jedem anderen Zeitpunkt der vergangenen drei Monate.
XRP befindet sich damit in einer auffälligen Lage. Ripple baut seine Position im traditionellen Finanzsystem weiter aus, während Anleger noch immer auf Belege warten, dass dieses Wachstum am Ende auch zu mehr Nachfrage nach XRP selbst führt.
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