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Tyler Winklevoss, Milliardär und früher Bitcoin-Investor, zeigt sich optimistisch, obwohl die Stimmung rund um Kryptowährungen historisch schwach ist.
Doch hinter der öffentlichen Zuversicht verbirgt sich eine schmerzhaftere Realität: Gemini schrumpft, die Kosten laufen aus dem Ruder und das Investitionsvehikel der Brüder scheint im vergangenen Jahr massiv Bitcoin verkauft zu haben.
Laut On-Chain-Daten, unter anderem von Arkham, ist die Wallet von Winklevoss Capital innerhalb von zwölf Monaten von etwa 23.000 Bitcoin im Februar 2025 auf weniger als 11.000 Bitcoin im Februar 2026 zurückgegangen. Dies deutet auf einen erheblichen Abbau der Position hin, gerade in einer Zeit, in der viele Privatanleger kapitulieren.

Aus einer aktuellen 8-K-Meldung bei der US-amerikanischen Finanzaufsicht SEC geht hervor, dass Gemini für 2025 einen Nettoumsatz von 165 bis 175 Millionen Dollar erwartet, verglichen mit 141 Millionen Dollar im Vorjahr. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg um siebzehn Prozent auf etwa 600.000.
Dem Wachstum steht jedoch ein deutlicher Anstieg der Betriebskosten gegenüber. Diese werden auf 520 bis 530 Millionen Dollar geschätzt, weit über den 308 Millionen Dollar von 2024. Die Rentabilität gerät dadurch erheblich unter Druck.
Anfang Februar kündigte Gemini an, bis zu einem Viertel der Belegschaft zu entlassen. Gleichzeitig zog sich das Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich, der Europäischen Union und Australien zurück, um sich auf die USA und Singapur zu konzentrieren. Kurz danach traten auch der Chief Operating Officer, der Chief Financial Officer und der Chief Legal Officer zurück. Cameron Winklevoss übernimmt vorübergehend einen Teil ihrer Aufgaben.
Laut Zahlen, die Bloomberg veröffentlichte, sank der weltweite Krypto-Marktanteil von Gemini von 0,6 Prozent im Juni 2025 auf etwa 0,1 Prozent im Januar 2026. Der Börsenwert des Unternehmens fiel seit dem Börsengang von fast 4 Milliarden Dollar auf weniger als 700 Millionen Dollar.
Gemini setzt nun auf eine strategische Neuausrichtung hin zu einem von der CFTC regulierten Prognosemärkte-Platform sowie auf den Ausbau von Verwahr- und Kreditkartendiensten.
Die Umstrukturierung erfolgt vor dem Hintergrund extrem negativer Marktstimmung. US-ETFs verzeichneten wochenlang Abflüsse, Miner wie Bitdeer verkauften Teile ihrer Bitcoin-Reserven und der Crypto Fear & Greed Index fiel auf extreme Angst. Die Anzahl der Google-Suchanfragen nach „Bitcoin going to zero“ erreichte das höchste Niveau seit 2022.
Dennoch gibt es auch Akteure, die weiter akkumulieren. Das japanische Metaplanet hat wiederholt seine Position ausgebaut und Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Inhaber mit 717.131 BTC, deutete kürzlich auf seinen hundertsten Kauf hin.
Auch Arthur Hayes und der Makro-Analyst Lyn Alden bleiben strukturell positiv, erwarten jedoch eher eine schleppende als eine explosive Erholung.
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