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In einem Konferenzraum im Finanzzentrum Londons kamen in diesem Sommer Spitzenvertreter der Kryptobranche zusammen, um Zia Yusuf von der britischen Partei Reform UK zu hören. Der ehemalige Goldman-Sachs-Banker skizzierte seine Vision einer Zukunft, in der Krypto eine zentrale Rolle in der britischen Wirtschaft spielt. Doch bei dem Treffen ging es nicht nur um Politik. Hinter den Kulissen zeichnet sich in der Kryptobranche eine neue politische Offensive ab.
Kann das Vereinigte Königreich zum nächsten Krypto-Hub werden?
Bei der Zusammenkunft waren unter anderem Vertreter von Coinbase, Kraken, Ripple und dem Market Maker GSR anwesend. Yusuf ging scharf mit den Aufsichtsbehörden ins Gericht und versprach, dass Krypto unter einer Reform-Regierung „aufblühen“ werde.
Das Treffen markierte den Beginn engerer Verbindungen zwischen der Branche und der Partei von Nigel Farage, dem Politiker, der sich selbst gern mit der „Aufstandsbewegung“ von Bitcoin (BTC) vergleicht – der rebellischen Bewegung, die sich gegen das traditionelle Finanzsystem stellt.
Nach dem Erfolg von Donald Trump, der mit einer kryptofreundlichen Agenda ins Weiße Haus zurückkehrte, hoffen Unternehmen nun auf ähnliche politische Unterstützung im Vereinigten Königreich. Die Frustration über die schleppende Regulierung unter Premier Keir Starmer wächst. Trotz früherer Versprechen des ehemaligen Premierministers Rishi Sunak gibt es weiterhin keinen vollständigen Regulierungsrahmen für Krypto.
Befürworter sehen in Farage die Chance, London zu einem internationalen Krypto-Hub zu machen. Kritiker warnen, eine zu enge Zusammenarbeit mit Reform könne das Verhältnis zur regierenden Labour-Partei schädigen, die vorerst fest an der Macht ist.
Laut Quellen innerhalb der Partei sieht Farage in Krypto nicht nur ein wirtschaftliches Thema, sondern auch eine Spendenquelle. Reform akzeptiert seit dem Sommer Krypto als Beitragsform, allerdings wurde bisher keine Spende oberhalb der gesetzlichen Meldeschwelle registriert.
Der Ansatz spaltet die Branche. Einige Unternehmen befürchten, dass zu enge Bande zu Farage die Gespräche mit der Regierung über neue Regeln stören könnten. Dennoch läuft die Lobbyarbeit weiter: Yusuf soll inzwischen regelmäßig mit Krypto-Führungskräften über Ergänzungen des Parteiprogramms beraten.
Farage selbst wird nächste Woche auf dem Digital Asset Summit in London sprechen. Offen bleibt, ob Farages Partei Krypto tatsächlich voranbringen kann – oder ob sich die Zusammenarbeit für die Branche am Ende als riskanter Schritt erweist.
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